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Pius IX. Verurteilung der Freimaurerei

Porträt von Papst Pius IX.

Multiplices Inter Machinationes (1865)

Verurteilung der Freimaurerei durch Papst Pius IX.

Ansprache Seiner Heiligkeit Papst Pius’ IX. zur Verurteilung der Freimaurerei,
gehalten vor den im Konsistorium versammelten Kardinälen am 25. September 1865

(Nicht zu verwechseln mit dem Apostolischen Schreiben *Multiplices Inter* von 1851 oder der Enzyklika *Inter Multiplices* von 1853)

Ehrwürdige Brüder: Zu den zahlreichen Machenschaften und Mitteln, mit denen die Feinde des christlichen Namens es gewagt haben, die Kirche Gottes anzugreifen, und mit denen sie – wenngleich vergeblich – versucht haben, sie zu Fall zu bringen und zu vernichten, muss zweifellos jene verkehrte Gemeinschaft von Menschen gezählt werden, die gemeinhin als „freimaurerisch“ bezeichnet wird; sie, die einst in Finsternis und Verborgenheit existierte, ist seither zum gemeinsamen Verderben von Religion und menschlicher Gesellschaft ans Licht getreten.

Da unsere Vorgänger, die römischen Päpste, in Treue zu ihrem Hirtenamt deren Fallstricke und Täuschungen durchschauten, hielten sie es für geboten, keine Zeit zu verlieren, jene Sekte – die Unheil ausatmet und sowohl Heiliges als auch Öffentliches angreift – kraft ihrer Autorität zu tadeln, mit dem Bann zu belegen und gleichsam mit dem Schwert auszurotten.

Deshalb hat unser Vorgänger Clemens XII. diese Sekte mit seinem Apostolischen Schreiben verboten und verurteilt; er untersagte allen Gläubigen – unter Androhung der sofort eintretenden Exkommunikation (*ipso facto*) –, sich ihr anzuschließen oder sie auf irgendeine Weise zu verbreiten oder zu fördern.

Benedikt XIV. bestätigte dieses gerechte und rechtmäßige Verdammungsurteil in seiner Konstitution und versäumte es nicht, die katholischen Herrscher zu ermahnen, all ihre Kraft und Sorgfalt darauf zu verwenden, diese zutiefst verderbliche Sekte zu unterdrücken und die Gesellschaft vor der gemeinsamen Gefahr zu schützen.

Wollte der Himmel, die Monarchen hätten auf die Worte Unseres Vorgängers gehört! Wollte der Himmel, sie wären in einer so ernsten Angelegenheit weniger nachgiebig verfahren! Sicherlich hätten Wir (wie auch unsere Vorfahren) dann niemals so viele aufrührerische Bewegungen, so viele verheerende Kriege, die ganz Europa in Brand steckten, oder so viele bittere Übel beklagen müssen, die die Kirche heimgesucht haben und noch immer heimsuchen.

Da jedoch die Wut der Bösen keineswegs besänftigt war, belegte Pius VII., Unser Vorgänger, eine Sekte neueren Ursprungs – die Carbonari –, die sich besonders in Italien verbreitete und dort eine große Zahl von Anhängern gewann, mit dem Kirchenbann; und Leo XII. verurteilte, beseelt vom gleichen Eifer für das Heil der Seelen, in seinen apostolischen Schreiben nicht nur die soeben genannten Geheimbünde, sondern auch alle anderen – unter welchem Namen sie auch immer auftreten mochten –, die sich gegen die Kirche und die staatliche Autorität verschworen; er untersagte sie allen Gläubigen strengstens unter Androhung der Exkommunikation.

Doch diese Bemühungen des Apostolischen Stuhls hatten nicht den erhofften Erfolg. Die freimaurerische Sekte, von der Wir sprechen, wurde weder besiegt noch niedergeschlagen; im Gegenteil: Sie ist so sehr erstarkt, dass sie in diesen schwierigen Zeiten überall ungestraft auftritt und ihr Haupt kühner erhebt als je zuvor. Wir hielten es daher für notwendig, auf dieses Thema zurückzukommen, da man angesichts der Unkenntnis über die ruchlosen Machenschaften in diesen geheimen Zusammenkünften fälschlicherweise glauben könnte, das Wesen dieser Gesellschaft sei harmlos, diese Institution verfolge kein anderes Ziel, als den Menschen zu helfen und ihnen in der Not beizustehen, und es sei letztlich nichts für die Kirche Gottes zu befürchten.

Doch wer erkennt nicht, wie weit eine solche Vorstellung von der Wahrheit entfernt ist? Was also bezweckt diese Vereinigung von Menschen unterschiedlichster Religionen und Überzeugungen? Warum diese geheimen Zusammenkünfte und warum der strenge Eid, der den Eingeweihten auferlegt wird – jenen, die geloben, nichts von dem preiszugeben, was dort besprochen wird? Und warum die erschreckende Härte der Strafen, denen sich die Eingeweihten unterwerfen, sollten sie diesen Eid brechen?

Gewiss, eine Gesellschaft, die auf diese Weise das Tageslicht und die Öffentlichkeit scheut, muss gottlos und verbrecherisch sein; denn wer Böses tut, so sagt der Apostel, hasst das Licht. Wie sehr unterscheiden sich davon die frommen Gemeinschaften der Gläubigen, die in der katholischen Kirche blühen! Bei ihnen bleibt nichts verborgen, es gibt keine Geheimnisse. Die Regeln, nach denen sie leben, liegen offen vor aller Augen, und jeder kann die Werke der Nächstenliebe sehen, die gemäß der Lehre des Evangeliums vollbracht werden.

Nicht ohne Schmerz haben Wir zudem gesehen, wie katholische Vereinigungen dieser Art – so segensreich und so sehr dazu geeignet, Frömmigkeit zu wecken und den Armen zu helfen – an manchen Orten angegriffen und sogar vernichtet wurden, während andererseits die finstere Freimaurer-Gesellschaft gefördert oder zumindest geduldet wird: eine Gesellschaft, die Gott und der Kirche so feindselig gegenübersteht und selbst für die Sicherheit der Reiche so gefährlich ist.

Wir empfinden Bitterkeit und Schmerz, verehrte Brüder, wenn wir sehen, dass – wo es darum geht, diese Sekte gemäß den Konstitutionen Unserer Vorgänger zu verurteilen – viele von jenen, die aufgrund ihrer Pflicht und Amtsverantwortung eigentlich von Wachsamkeit und Eifer für eine so ernste Angelegenheit erfüllt sein sollten, sich gleichgültig und gleichsam schlafend zeigen. Sollten einige der Meinung sein, dass die apostolischen Konstitutionen, die unter Androhung des Anathemas gegen die Geheimbünde sowie deren Anhänger und Förderer erlassen wurden, in jenen Ländern keine Geltung hätten, in denen diese Sekten von der staatlichen Gewalt geduldet werden, so unterliegen sie ganz gewiss einem schwerwiegenden Irrtum.

Wie Ihr wisst, verehrte Brüder, haben Wir diese falsche und verderbliche Lehre bereits missbilligt, und heute missbilligen und verurteilen Wir sie erneut. Ist denn jene höchste Vollmacht, die gesamte Herde des Herrn zu weiden – welche die Römischen Päpste von Christus in der Person des heiligen Apostels Petrus empfangen haben – und folglich das höchste Lehramt, das sie in der Kirche ausüben müssen, von der staatlichen Gewalt abhängig? Kann diese sie grundlos aufhalten oder einschränken?

In dieser Lage, aus Sorge, dass unbesonnene Männer – und insbesondere die Jugend – sich verleiten lassen könnten und dass Unser Schweigen jemandem Anlass böte, Irrtümer zu stützen, haben Wir beschlossen, ehrwürdige Brüder, Unsere apostolische Stimme zu erheben. Indem Wir hier vor euch die Konstitutionen Unserer Vorgänger kraft Unserer apostolischen Autorität bestätigen, missbilligen und verurteilen Wir diese freimaurerische Gesellschaft sowie andere gleichartige Vereinigungen, die – bei äußerlichen Unterschieden – täglich auf dasselbe Ziel hinarbeiten und sich offen oder im Verborgenen gegen die Kirche und die rechtmäßige Obrigkeit verschwören.

Unter Androhung der in den früheren Konstitutionen Unserer Vorgänger festgelegten Strafen gebieten Wir allen Christen – gleich welchen Standes, Ranges, welcher Würde oder Herkunft –, diese Gesellschaften als von Uns geächtet und verurteilt zu betrachten. Um dem Wunsch und der Sorge Unseres väterlichen Herzens zu entsprechen, bleibt Uns nun nur noch, jene Gläubigen, die sich solchen Sekten angeschlossen haben, zu warnen und zu ermahnen: Sie sollen weiseren Eingebungen folgen und diese verderblichen geheimen Zusammenkünfte aufgeben, damit sie nicht in den Abgrund des ewigen Verderbens gestürzt werden.

Was alle übrigen Gläubigen betrifft, so ermahnen Wir sie – erfüllt von Sorge um das Seelenheil – eindringlich, sich vor den tückischen Reden dieser Sektenmitglieder zu hüten; denn diese sind, bei allem Anschein von Anstand, von glühendem Hass gegen die Religion Christi und die rechtmäßige Obrigkeit erfüllt und verfolgen nur einen einzigen Gedanken und ein einziges Ziel: die Vernichtung aller göttlichen und menschlichen Gesetze.

Mögen sie sich wohl bewusst sein, dass die Anhänger dieser Sekten jenen Wölfen gleichen, von denen Christus, unser Herr, vorausgesagt hat, dass sie kommen würden – gehüllt in Schafsfelle, um die Herde zu verschlingen! Mögen sie erkennen, dass man sie zu jenen zählen muss, vor deren Umgang und Nähe der Apostel uns so eindringlich gewarnt hat, indem er sogar ausdrücklich untersagte, ihnen einen Gruß („Ave“) zu entbieten! [vgl. 2. Joh 10–11]

Möge Gott, der reich an Erbarmen ist und unsere gemeinsamen Gebete gnädig erhört, durch den Beistand seiner Gnade bewirken, dass die Verblendeten zur Vernunft und die Irregehenden auf den Pfad der Gerechtigkeit zurückkehren! Möge Gott den Zorn gottloser Menschen bannen, die mithilfe der genannten Vereinigungen gottlose und verbrecherische Taten planen, und mögen die Kirche und die menschliche Gesellschaft ein wenig von solch zahlreichen und tief verwurzelten Übeln aufatmen können!

Und damit unsere Bitten gnädig erhört werden, wollen wir auch zu unserer Fürsprecherin bei dem überaus gütigen Gott flehen: zur allerheiligsten Jungfrau und Mutter, die von Anbeginn makellos war und der es verliehen ist, die Feinde der Kirche und die Ungeheuer des Irrtums zu Fall zu bringen! Lasst uns auch den Schutz der heiligen Apostel Petrus und Paulus anrufen, durch deren ruhmreiches Blut diese edle Stadt geheiligt wurde! Wir sind zuversichtlich, dass wir mit ihrem Beistand und ihrer Hilfe leichter das erlangen werden, worum Wir die göttliche Güte bitten.

[übersetzt von Novus Ordo Watch aus dem Französischen von http://www.virgo-maria.org/references/references_html/Pie_IX/1865-09-25_SS_PIUS_IX-MULTIPLICES-INTER.html]

Quelle: https://novusordowatch.org/pius9-multiplices-inter-machinationes/

Siehe auch das Rundschreiben von Papst Leo XIII.:

wie auch den Beitrag auf wahrerglaube.info:

Tags: Freimaurerei
Die feindlichen Angriffe gegen Papst Pius IX.
Papst Pius IX. ist nie Freimaurer gewesen

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