Papst Pius IX. ist nie Freimaurer gewesen!
Die abscheulichen Anschuldigungen der Semi-Traditionalisten von TIA
Es ist tatsächlich eine wesentliche Eigenschaft der Konzilskirche, der freimaurerischen Gegenkirche zur katholischen Kirche, dass Kirchenhistoriker in ihrem modernistischen Gewand die katholische Kirchengeschichte zu pflegen beurteilen. Dies wurde in dem Beitrag „Die feindlichen Angriffe gegen Pius IX. in der Konzilskirche“ zu versucht zu beweisen.
Unter den zahlreichen Papstfabeln, die seit Jahrzehnten und einem Jahrhundert herumgeistern und in der antikatholischen Polemik und in populären Darstellungen ihr Unwesen weiter treiben, gehören die Behauptung,
- Gregor VII. sei jüdischer Herkunft gewesen,
- Klemens XIV. sei von den Jesuiten vergiftet worden,
- Pius IX. sei Freimaurer gewesen.
(Quelle: Michael Buchberger, Lexikon für Theologie und Kirche, Bd. VII, 1935, Sp. 936; siehe auf katholischglauben.info den Lexikoneintrag „Papstfabeln“)
In diesem Beitrag geht es nun um die Behauptung, Pius IX. sei Freimaurer gewesen.
Ein Vertreter der Konzilskirche und der Papstfabeln ist TIA (Tradition in action). Die Redaktion von TIA ist sich nicht zu schade, Pius IX. zu unterstellen, Freimaurer gewesen zu sein. Ihre einzige Quelle dafür sind Pamphlete der Freimaurerei selber. Dabei ist klar bewiesen: Papst Pius IX. ist nie Freimaurer gewesen!
Die abscheuliche Verleumdung des Papstes Pius IX. durch TIA
Jüngst erst wieder erschien ein Beitrag von TIA unter dem Titel „Papst Pius IX. als Freimaurer“ – Eine Schlagzeile in der freimaurerischen Geschichtsschreibung. Dort heißt es:
„Wir hatten in einigen Artikeln auf unserer Website beiläufig erwähnt, dass Pius IX. ein Liberaler und womöglich sogar Freimaurer gewesen sei – siehe hier, hier und hier –, was unter Sedisvakantisten einen gewaltigen Aufruhr gegen uns auslöste (siehe hier). Warum? Weil – sollte sich dies als wahr erweisen – ihre Theorie, wonach ein Häretiker oder Freimaurer kein gültiger Papst sein könne, historisch als unbegründet widerlegt wäre.
Obwohl das Ziel dieser Rubrik – ‚Progressistische Dokumente‘ – nicht darin besteht, theologische Fragen zu erörtern, sondern lediglich historische Dokumente für die Unterlagen unserer Leser bereitzustellen, wird zunehmend deutlich, dass Giovanni Mastai Ferretti tatsächlich in die Freimaurerei aufgenommen und später wieder daraus ausgeschlossen wurde.
Neben dem hier vorliegenden Dokument hat TIA bereits zwei weitere Dokumente (hier und hier) ans Licht gebracht, die dies ebenfalls belegen. Dies bedeutet zwar nicht, dass wir mit Gewissheit sagen können, er sei Freimaurer gewesen, doch wir sind der Ansicht, dass die Wahrscheinlichkeit hierfür zunimmt.“
Was für eine Ungeheuerlichkeit!
Kennen die Verfasser von TIA die feierliche Ansprache von Pius IX. nicht, der zu dem Gerücht Stellung nahm? Wenn nicht, dann fehlt es ihnen an journalistischer Sorgfalt, was umso schwerer wiegt, weil es sich um einen besonders heroischen Papst handelt. Wenn ja, dann muss man ihnen unterstellen, dass sie die Aussagen der Freimaurer für wahrer halten als die Stellungnahme von Papst Pius IX., ja, sie glauben der Freimaurerei mehr als dem Papst!
Auch Kardinal Manning wird als Freimaurer denunziert
Nebenbei bemerkt, auch Kardinal Manning ist unterstellt worden, er sei Freimaurer gewesen. So hat der Freimaurer Gioele Magaldi in seinem Buch ‚Massoni — Società a responsabilità illimitata (‚Massoni – Gesellschaft mit unbegrenzter Verantwortung. La Scoperta delle Ur-Lodges) behauptet, dass Kardinal Manning Freimaurer gewesen sei. Während bei Roncalli auch andere Quellen beweisen, dass der spätere ‚Papst‘ Johannes XXIII. Freimaurer war (siehe den Beitrag: Mit Roncalli übernahm die Freimaurerei die Kirche), ist auch bei Kardinal Manning nur die Aussage eines Freimaurers als angeblicher ‚Beweis‘ gegeben. Warum die Freimaurerei Kardinal Manning zu den ihren zählt, ist nicht klar.
Theodor Granderath SJ, den wir bereits aus dem letzten Beitrag über die feindlichen Angriffe gegen Papst Pius IX. kennen, schreibt in seiner Geschichte des Vatikanischen Konzils über Kardinal Manning u.a.:
Manning war stets ein begeisterter Verteidiger der Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes gewesen. ‚Er hatte über sie gepredigt; er hatte für sie gearbeitet, und im Ton und in Ausdrücken unfehlbarer Gewissheit hatte er ihre Definition vorausgesagt‘ (Purcell 1. c. p. 414)Er hielt sie wegen der Verhältnisse unserer Zeit und wegen der zu erwartenden künftigen Lage der menschlichen Gesellschaft für notwendig. (S. 291)
Wie Granderath weiter schreibt, hatte Manning in früheren Jahren ein Gelübde abgelegt, für die Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit seine ganze Kraft einzusetzen.
Sein fester Glaube an die Unfehlbarkeit des Papstes als an eine Offenbarung des Willens Gottes machte Manning innerhalb und außerhalb des Konzils zu einem der entschiedensten Streiter für die Definition des Dogmas. Die Mitglieder der Minorität wussten, welch mächtigen Gegner sie in Manning hatten. Sie gaben ihm den Titel: diabolus concilii. (S. 293)
Pachtler SJ: Kapitel XI. – Pius IX. ist nie Freimaurer gewesen
In einer feierlichen Ansprache am 20. April 1849 ging Pius IX. eindringlich auf das Gerücht ein, das ihn mit der Freimaurerei in Verbindung brachte, und verurteilte es als „die schwärzeste aller Verleumdungen“, die je gegen seine heilige, aber viel geschmähte Person ausgesprochen wurden. (Vgl. Pachtler, Der Götze der Humanität, Freiburg 1875, S. 721 – S. 722).
Dieser Vorwurf gilt auch den Verfassern bei TIA, dass die schwärzeste aller Verleumdungen von ihnen ohne Bedenken ihren Lesern und Freunden als wahr aufgetischt werden.
Georg Michael Pachtler SJ (1825–1889) hat in seinem Buch „Der Götze der Humanität“ im Anhang Kapitel XI. unter dem Titel ‚Pius IX. ist nie Freimaurer gewesen‘ Folgendes dokumentiert:
Schon wiederholt wurde von Freimaurern die Verleumdung verbreitet, unser hl. Vater habe früher der Loge angehört. Noch im Juni 1873 brachte das Bolletin official des Portugiesischen Groß-Orient, dann die Bauhütte und Freimaurer- Zeitung und die liberalen Blätter (um März 1874) die nämliche Lüge. –
Der hl. Vater hat gegen diese Infamie schon längst feierliche Verwahrung eingelegt. In einer feierlichen Allokution vom 20. April 1849 sprach er mit Bezug auf die eben damals zuerst auftauchende Lüge die folgenden Worte:
Zu den anderen zahllosen Bosheiten, welche die Feinde der katholischen Kirche unablässig anwenden, um namentlich die Unvorsichtigen und Unerfahrenen von dem Schoße der Kirche zu trennen und loszureißen, kommen auch jene höchst schändlichen und beißenden Verleumdungen, welche sie gegen Unsere Person zu richten und zu erdichten nicht erröten.
Wir haben zwar, da Wir, obwohl ohne Unser Verdienst, hier auf Erden die Stelle Desjenigen vertreten, der nicht wieder schalt, als er gescholten ward, nicht drohte, da er litt, niemals unterlassen, auch die bittersten Schmähungen mit aller Geduld und Schweigen zu ertragen und für Unsere Verfolger und Verleumder zu beten. Aber da Wir den Weisen und den Törichten Schuldner sind und für aller Heil Sorge tragen müssen, können Wir nicht umhin, um namentlich die Schwachen vor Ärgernis zu bewahren, in dieser Eurer Versammlung jene höchst falsche und unter allen schwärzeste Verleumdung von Uns abzuweisen, welche gegen Unsere geringe Person in einigen neuesten Tageblättern öffentlich verbreitet worden ist.
Wenn Wir aber auch mit unglaublichem Abscheu erfüllt wurden, als Wir jene Erdichtung lasen, durch welche feindliche Menschen Uns und dem apostolischen Stuhl eine schwere Wunde zu schlagen trachten, so können Wir doch keineswegs fürchten, dass solche schändliche Lügen jenen höchsten Stuhl der Wahrheit und Uns, die Wir ohne Beihilfe von Verdiensten auf denselben gesetzt sind, auch nur leicht verletzen könnten.
Novusordowatch hat sich mit den üblen Verleumdungen, die von TIA bereits im Jahr 2016 publiziert wurden, auseinandergesetzt.
Die erste Widerlegung von novusordowatch erfolgte am 3. November 2016.
Semi-Trads erreichen neuen Tiefpunkt …
Ungeheuerlich! „Tradition in Action“ nutzt eine freimaurerische Quelle, um Papst Pius IX. in die Freimaurerei zu verwickeln.
von: novusordowatch
Die Website Tradition in Action (TIA) ist größtenteils eine recht gute Quelle, die die Irrtümer der Sekte des Zweiten Vatikanischen Konzils aufdeckt und widerlegt. Die Herausgeber von TIA sind jedoch überzeugte Semitraditionalisten, das heißt, sie lehnen den Sedisvakantismus ab und halten hartnäckig an der Position des Anerkennens und Widerstands fest. Das bedeutet, sie erkennen Franziskus zwar als Papst an, leisten ihm aber gleichzeitig Widerstand, weil sie ihn als Abtrünnigen sehen, der versucht, den Katholizismus zu zerstören.
Immer wenn die Redakteure von TIA sich mit dem Thema Sedisvakantismus befassen, verlieren sie jeglichen katholischen Glauben und verbreiten gravierende Irrtümer, die ihre Leser schockieren. So versuchten sie beispielsweise in der Vergangenheit auf ungeheuerliche Weise, Parallelen zwischen Papst Benedikt XV. und dem Gegenpapst des Novus Ordo, Benedikt XVI., zu ziehen und verbreiteten falsche Behauptungen über öffentliche Ketzerei und Kirchenmitgliedschaft (die sie später immerhin anständigerweise widerriefen).
Doch nun scheinen sie einen neuen Tiefpunkt erreicht zu haben: In einem verzweifelten Versuch, die Legitimität des argentinischen Abtrünnigen „Papst Franziskus“ aufrechtzuerhalten , wiederholt „Tradition in Action“ eine alte Verleumdung gegen Papst Pius IX., die behauptet, der große Papst des 19. Jahrhunderts sei vor seiner Wahl zum Papst im Jahr 1846 Mitglied der Freimaurer gewesen. Welche Beweise führen sie für diesen ungeheuerlich schwerwiegenden Vorwurf gegen den Stellvertreter Christi an? Nichts als die Aussagen der Freimaurer selbst!
Schauen Sie sich ihren Beitrag vom 29. Oktober 2016 an:
- Freimaurer betrachten Pius IX. als einen der Ihren ( Tradition in Action )
Es klingt unglaublich, aber es ist wahr: TIA zitiert die erklärten Feinde Christi und seiner Kirche, um gegen den Stellvertreter Christi selbst zu hetzen und Zweifel an seiner moralischen und doktrinären Integrität zu säen! Auf wessen Seite steht ihr, Redakteure von TIA?
Die Anschuldigung gegen Papst Pius IX. ist nicht neu und wurde nie bewiesen, sondern vielmehr überzeugend widerlegt. Umso verwunderlicher ist es, dass TIA sie erneut aufgreift. Wir haben uns bereits mit dieser Verleumdung und auch mit dem Vorwurf auseinandergesetzt, Pius IX. sei bei seiner Wahl „liberal“ gewesen – eine Halbwahrheit, die einer wichtigen Klarstellung bedarf. Die notwendigen Informationen finden Sie hier:
Genauer gesagt wurde der Vorwurf, Pius IX. sei Freimaurer gewesen, von Pater Herbert Thurston SJ in seinem Buch „No Popery! Chapters on Anti-Papal Prejudice“ (1930) eingehend untersucht und widerlegt. Wir haben das entsprechende Kapitel eingescannt und stellen es hier zur Verfügung:
„Der Papst, der Freimaurer war“ von Pater Herbert Thurston SJ
Wie der Autor aufzeigt, stimmen die verschiedenen Freimaurer-Ankläger nicht einmal in ihren Aussagen überein; sie sind sich sogar uneins darüber, wann und wo der junge Giovanni Maria Mastai-Ferretti (der spätere Pius IX.) angeblich in die Loge eingetreten sein soll! Der Titel von Pater Thurstons Artikel, „Der Papst, der Freimaurer war“, ist übrigens ironisch zu verstehen. Pius IX. war natürlich kein Freimaurer.
Warum also wurde Pius IX. dessen beschuldigt? Warum kursieren Gerüchte darüber?
Ein bisschen Recherche kann viel bewirken. Offenbar stammen diese Verleumdungen von den Freimaurern selbst (unglaublich!). Sie scheinen diese Anschuldigung gegen den Heiligen Vater genau aus Rache für seine scharfe Verurteilung der Freimaurerei im Jahr 1865 erfunden zu haben. Laut einer Biografie des Papstes:
In den Monaten nach dieser öffentlichen Verurteilung der Freimaurerei verbreiteten mehrere freimaurerische Publikationen in Frankreich und Italien, aus Rachegelüsten, die Geschichte, dass Pius IX. selbst in seiner Jugend Freimaurer gewesen sei.
Offenbar war es die Loge von Palermo, die die Anschuldigung als erste erhob … In Frankreich veröffentlichte die Zeitschrift Le Monde Maçonnique diese Information umgehend [im Dezember 1865].
(Yves Chiron, Papst Pius IX.: Der Mensch und der Mythos [Kansas City, MO: Angelus Press, 2005], S. 217-218)
Pius IX. hielt am 25. September 1865 eine Ansprache mit dem Titel „ Multiplices Inter Machinationes“ , in der er die Freimaurerei und ihre finsteren, geheimen Machenschaften scharf verurteilte. Wir haben den vollständigen Text dieser Ansprache erhalten, ihn ins Englische übersetzt und stellen ihn nun – exklusiv im Internet – hier zur Verfügung:
Papst Pius IX., Ansprache Multiplices Inter gegen die Freimaurerei (25. September 1865)
Kurz gesagt, die Anschuldigungen gegen Pius IX. sind haltlos und haben sich in der Tat als solche erwiesen.
Ähnliche Anschuldigungen gegen die „Päpste“ des Novus Ordo sind hingegen keineswegs unbegründet, denn sie (1) verhalten sich wie Freimaurer; (2) sprechen wie Freimaurer; (3) vertreten die freimaurerische Lehre, was man von Pius IX. keinesfalls behaupten kann. Darüber hinaus schütteln die falschen Päpste der Sekte des Zweiten Vatikanischen Konzils mitunter sogar Hände wie Freimaurer.
Um es klarzustellen: Es spielt letztlich keine Rolle, ob die „Päpste“ des Zweiten Vatikanischen Konzils Freimaurer waren oder nicht. Entscheidend ist, dass sie sich öffentlich wie Freimaurer und nicht wie Katholiken verhielten – indem sie offen die freimaurerischen Lehren über Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Indifferentismus usw. bekannten –, denn genau das schließt es aus, ein legitimer Papst oder gar Mitglied der katholischen Kirche zu sein.
Es ist wahrlich tragisch, mitanzusehen, wie Tradition in Action so tief sinkt, Papst Pius IX. rücksichtslos zu opfern, um ihrem abtrünnigen „Papst“ Franziskus einen Anschein von Legitimität zu verleihen und damit billige Punkte gegen den Sedisvakantismus zu sammeln. Ein solches Vorgehen ist unverantwortlich. Wie viele Menschen werden nun verwirrt und ratlos sein! Und wofür? Wegen Bergoglio!
Auf ihrer Website behauptet TIA, wir Sedisvakantisten seien „blinde Verehrer des Papsttums“, weil wir nicht glauben wollen, dass Pius IX. vor seiner Papstwahl Freimaurer war! Tatsächlich sind es die TIA-Redakteure, die hier blind sind, denn ihre gesamte Argumentation gegen Pius IX. beruht auf Aussagen von Freimaurern, während wir, wie in diesem Beitrag erläutert, historische Quellen zu diesem Thema konsultiert haben. Es ist die Geschichte , die die Anschuldigungen gegen Pius IX. widerlegt, nicht etwa eine „blinde Verehrung“, und es ist das katholische Dogma, das uns daran hindert, einen öffentlich nicht-katholischen Papst anzuerkennen.
Was die „blinde Hingabe“ betrifft, erinnern wir uns an die folgenden Worte des heiligen Pius X., die wir vermutlich nie auf der Website der TIA sehen werden:
Wer den Papst liebt, hinterfragt nicht seine Ratschläge und Forderungen, fragt nicht nach dem Umfang der strengen Gehorsamspflicht und legt deren Grenzen nicht fest. Wer den Papst liebt, wendet nicht ein, er habe nicht deutlich genug gesprochen, als müsse er jedem Einzelnen seinen Willen, den er so oft klar und deutlich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich und in anderen öffentlichen Dokumenten zum Ausdruck gebracht hat, ins Ohr flüstern.
Man stellt seine Anordnungen nicht unter dem Vorwand infrage – ein leicht vorzubringendes Argument von jedem, der nicht gehorchen will –, dass sie nicht direkt von ihm, sondern von seinem Umfeld stammen. Man beschränkt nicht den Bereich, in dem er seinen Willen ausüben kann und soll. Man stellt der Autorität des Papstes nicht die Autorität anderer Personen entgegen, seien sie noch so gelehrt, die anderer Meinung sind als der Papst. Denn wie groß ihr Wissen auch sein mag, ihre Heiligkeit mangelt es ihnen, da es keine Heiligkeit geben kann, wo man dem Papst widerspricht. (Papst Pius X., Ansprache an die Priester der Apostolischen Union, 18. November 1912; in Acta Apostolicae Sedis 4 [1912] , S. 695)
Siehe auch den Beitrag:
Unter dem Deckmantel eines „Beitrags zur historisch-theologisch-kanonischen Debatte“ verbreitet TIA Verleumdungen der Freimaurer gegen einen der ruhmreichsten Päpste der katholischen Kirche, offenbar um die Glaubwürdigkeit des Sedisvakantismus zu untergraben und Bergoglio unrechtmäßig auf dem Stuhl Petri zu halten. Darum geht es einzig und allein, und es zeugt, gelinde gesagt, von einem kolossalen Mangel an katholischem Urteilsvermögen und Anstand. Das Vorgehen von TIA ist mehr als empörend und absolut verwerflich. Sie haben den Stellvertreter Christi, das Papsttum und die Heilige Mutter Kirche verraten!
Nein, liebe Redakteure von TIA, es gibt diesbezüglich keine „tiefe Unruhe unter den Sedisvakantisten“, zumindest nicht unter denen, die ausreichend informiert sind, um zu wissen, dass die ganze Geschichte über den „freimaurerischen“ Pius IX. erfunden ist.
Ja, es stimmt, dass wir „nicht akzeptieren, dass ein Freimaurer zum Papst gewählt werden kann“ – zumindest nicht öffentlich , denn die Religion der Freimaurerei ist offenkundig häretisch und mit dem Katholizismus unvereinbar. Öffentliche Häretiker sind, wie wir erinnern, keine Mitglieder der Kirche und können daher nicht zum Papst gewählt werden.
TIA liegt bei Public Heretics wieder einmal falsch.
Da haben wir es wieder – der Kreis hat sich mit „Tradition in Action“ geschlossen. Ihr grundlegender Irrtum besteht darin, dass sie das Wesen des Papsttums und der katholischen Kirche weder verstehen noch daran glauben. Deshalb können sie die absurde Idee verteidigen, Jorge Bergoglio sei der Papst der katholischen Kirche – und deshalb halten sie es für völlig normal, Papst Pius IX. der Freimaurerei zu bezichtigen.
Quelle: https://novusordowatch.org/2016/11/tia-pius9-freemasonry/
Die Schmutzkampagne der TIA geht weiter …
Die zweite Widerlegung veröffentlichte novusordowatch kurz darauf am 30. November 2016.
Papst Pius IX. und die Freimaurerei: Eine zweite Widerlegung der Tradition in Aktion
Am 3. November 2016 veröffentlichten wir eine scharfe Antwort auf einen Beitrag von Tradition in Action, der Papst Pius IX. mit der Freimaurerei in Verbindung brachte. Unter dem Deckmantel eines „Beitrags zur historisch-theologisch-kanonischen Debatte“ veröffentlichte Tradition in Action (TIA) als „Beweis“ die Behauptung von Freimaurern (!), Giovanni Maria Mastai-Ferretti (der spätere Pius IX.) sei vor seiner Wahl zum Papst Mitglied der Loge gewesen. Wir widerlegten diese ungeheuerliche Anschuldigung hier: Tradition in Action nutzt Masonische Quelle, um Papst Pius IX. in die Freimaurerei zu verwickeln.
Diese Verleumdung von Papst Pius IX. ist nicht neu und entstand, wie unsere Widerlegung zeigt, offenbar nur als Akt schlichter Rache gegen den Papst, nachdem dieser im September 1865 die Freimaurerei scharf verurteilt hatte. Mehr dazu weiter unten.
Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass diese falsche Anschuldigung gegen Pius IX. in den kommenden Monaten an Popularität gewinnen wird, da sie all jenen gelegen kommt, die nach einem Grund suchen, zu behaupten, dass Jorge Bergoglio („Papst Franziskus“) zwar ganz klar ein öffentlicher Ketzer sei, aber dennoch ein gültiger Papst der katholischen Kirche.
Man sollte sich darüber im Klaren sein: Der einzige Grund – oder zumindest der Hauptgrund –, warum TIA versucht, Pius IX. zu verunglimpfen, ist der Versuch, einen historischen Präzedenzfall für die Idee zu schaffen, dass ein öffentlicher Ketzer oder Abtrünniger dennoch ein wahrer Papst sein (oder werden) kann. Dies ist die Motivation, die auch den merkwürdigen Zeitpunkt erklärt.
(Aus demselben Grund wiederholte „Bischof“ Athanasius Schneider kürzlich die weit verbreitete Falschbehauptung, Papst Liberius habe den heiligen Athanasius exkommuniziert und sich auf die Seite der Arianer gestellt, was wir hier widerlegt haben. Wir können davon ausgehen, dass wir in Kürze noch viel mehr davon sehen werden.)
Siehe die Beiträge:
- Hat Liberius den hl Athanasius exkommuniziert, wie behauptet wird
- Hat Liberius den Arianern Zugeständnisse gemacht? -Falsche Vorwürfe gegen Papst Liberius
Nach unserer ersten Gegendarstellung zur Kontroverse um Pius IX. veröffentlichte TIA zwei Folgebeiträge, auf die wir nun eingehen werden:
- Hassausbruch der Sedisvakantisten (8. November 2016)
- Aktuelle Studie über Pius IX. von einem Freimaurer (19. November 2016)
Was die im Titel des ersten Beitrags erwähnte „Explosion des Hasses“ betrifft, so fällt auf, dass die Herausgeber von TIA sich nicht schämen, sich der Sprache der heidnischen Linken zu bedienen, die jede Kritik von vornherein als „Hass“ abtut. Betrachtet man die von TIA auf dieser Seite veröffentlichten sedisvakantistischen E-Mails, so findet man darin tatsächlich heftige Kritik und vernichtende Vorwürfe – vielleicht sogar Wut, die durchaus berechtigt wäre –, doch „Hass“ im eigentlichen Sinne des Wortes ist nirgends zu finden.
Hass ist in der Tat eine Leidenschaft, keine Handlung. Er kann zwar als Motiv für eine Handlung dienen, aber die bloße Tatsache, dass jemand einen Tadel ausspricht oder wütend wird, bedeutet nicht, dass er dies aus Hass tut (siehe beispielsweise die strenge Zurechtweisung der Pharisäer durch Jesus Christus in Mt 23,13–33). Hass ist ein sehr starkes Wort, und jemanden allein deshalb Hass vorzuwerfen, weil er einen zurechtgewiesen hat, ist nicht richtig (vgl. Mt 7,1–2). Die Verwendung des Begriffs in der Art und Weise, wie TIA (und die säkulare Linke) ihn verwenden, dient jedoch ihrem Ziel, ihre Leser von vornherein gegen Sedisvakantisten aufzubringen.
Als Antwort auf diese beiden Beiträge von TIA werden wir wie folgt vorgehen: Wir werden zunächst den neueren Beitrag vom 19. November kommentieren und anschließend denjenigen mit dieser „Explosion des Hasses“:
(1) TIA legt nach: „Aktuelle Studie eines Freimaurers über Pius IX.“
Anstatt ihre Kampagne gegen Papst Pius IX. einzustellen und sich zu entschuldigen, sah sich TIA veranlasst, ihre Bemühungen zu intensivieren und eine zweite Studie über Pius IX. zu veröffentlichen, die ebenfalls von einem Mitglied der Freimaurerloge, einem gewissen James A. Marples, verfasst wurde. Die Studie umfasst etwa sechs Seiten und ist undatiert. Sie trägt den Titel „Die Wahrscheinlichkeit, dass Papst Pius IX. Freimaurer war“.
TIA leitet die Studie mit folgendem Haftungsausschluss ein:
„Heute setzen wir unsere Reihe fort, in der wir untersuchen, ob der große und heilige Pius IX. in seinen jungen Jahren Mitglied der Freimaurerei war. Diese Analyse ähnelt der Frage, ob der heilige Paulus vor seiner Bekehrung der Sekte der Pharisäer angehörte – jenen Sekten, die für den Gottesmord verantwortlich waren. Es handelt sich um eine historische Frage, die nach objektiven Daten sucht, ohne den Ruhm des Apostels zu schmälern.
Diese Präzedenzfälle geben all jenen Hoffnung, die sich auf den Weg des Progressivismus oder der Freimaurerei begeben haben, dass sie sich durch die Hinwendung zur Gnade und zur Verehrung der Muttergottes, wie sie Pius IX. besaß, verändern können. Ja, sie können sogar, wie Pius IX., zu großen Kämpfern gegen diese Übel werden.
Bevor wir Studien aus katholischen Quellen vorstellen, präsentieren wir ein weiteres Dokument des Freimaurers James A. Marpels, der sich eingehend mit dem Thema befasste und zu dem Schluss kam, dass Giovanni Mastai-Ferreti Freimaurer war. Einige seiner Aussagen bestätigen, andere widersprechen dem zuvor veröffentlichten Dokument anderer Freimaurer.
Wir bestätigen oder dementieren diese Aussagen nicht. Wie bereits erwähnt, befinden wir uns noch in der Phase der Datenerhebung aus verschiedenen Quellen, um die objektive Realität zu ermitteln.“
(„Neue Studie über Pius IX. von einem Freimaurer“, Tradition in Action , 19. November 2016)
Der Herausgeber von TIA versucht hier, eine Parallele zwischen den frühen Jahren von Papst Pius IX. und der Verfolgung der Kirche durch Saulus von Tarsus, den antichristlichen Juden, der später zum Apostel Paulus wurde, zu ziehen. Es gibt nur einen kleinen Unterschied: Paulus erlebte auf dem Weg nach Damaskus eine Bekehrung (siehe Apostelgeschichte 9,1–20), eine Bekehrung, die öffentlich bekannt ist und der eine Verfolgung der Kirche folgte , die Paulus sein Leben lang beklagte .
Doch wo bleibt Papst Pius IX.s öffentliches Dementi seiner angeblichen Mitgliedschaft in der Freimaurerei? Natürlich kann er seine Mitgliedschaft nicht widerrufen, wenn er nie Freimaurer war, was sein Schweigen schlüssig erklärt. Aber wie passt dieses Schweigen zu TIAs Position? Ist ihnen nicht bewusst, dass ihre Anschuldigungen – Begnadigung, Untersuchung – auch Auswirkungen auf das Pontifikat von Pius IX. haben? Wie können sie ihn als „großen und heiligen“ Papst preisen, wenn er die Mitgliedschaft in der Loge, die er ihrer Meinung nach als katholischer Priester und/oder Bischof besessen haben könnte, nie widerrufen hat?
Wäre ein großer und heiliger Papst nicht froh, der Welt zu verkünden, dass er durch Gottes Gnade die Kraft gefunden hat, sich von den teuflischen Machenschaften der Freimaurer abzuwenden?
Man fragt sich unwillkürlich, ob TIA die Mitgliedschaft in der Freimaurerei als geringfügiges Vergehen, als eine Kleinigkeit, betrachtet. Erinnern wir uns daran, dass das Ziel der Freimaurerei die Auslöschung des Katholizismus ist. Zwar richten sich ihre Bemühungen auch gegen alle organisierten Religionen, aber insbesondere gegen die katholische Kirche. Es gibt wohl keinen größeren Gegensatz zwischen Gott und dem Teufel als zwischen Katholizismus und Freimaurerei.
Die Gegnerschaft aller Zweige der Freimaurerei zur katholischen Kirche ist wesentlich und unüberwindbar, denn sie ist die Gegnerschaft des Naturalismus zum übernatürlichen Leben des mystischen Leibes Christi und zur auf der unendlichen Würde dieses Lebens gegründeten Gesellschaftsordnung. Mit anderen Worten: Sie ist die Gegnerschaft des Antichristen zu Christus.
(Mgr. George E. Dillon, Grand Orient Freemasonry Unmasked [Palmdale, CA: Christian Book Club of America, 1999], S. 19; Nachdruck der Originalausgabe von 1950.)
Auch dem jungen Pater oder Bischof Mastai-Ferretti (dem späteren Pius IX.) konnte dies nicht entgangen sein, denn die päpstlichen Verurteilungen der Freimaurerei waren bereits vor Pius IX.s Amtsantritt als Papst wohlbekannt. Mastai-Ferretti hätte Christus bewusst verhöhnen müssen, um sich den Freimaurern trotz der strengsten kirchlichen Verbote anzuschließen.
Betrachten wir beispielsweise die Enzyklika „Quo Graviora“ von Papst Leo XII. vom 13. März 1826. Sie fasst die bis dahin erlassenen päpstlichen Gesetze zusammen, die von Papst Leo bestätigt wurden – darunter die automatische Exkommunikation für alle, die an Freimaurerversammlungen teilnehmen (unabhängig von ihrer Mitgliedschaft) oder die Freimaurer in irgendeiner Weise unterstützen oder dazu anstiften. Diese Exkommunikation ist dem Heiligen Stuhl vorbehalten, das heißt, nur der Papst selbst kann sie aufheben. Die härteste mögliche Strafe wurde erstmals 1738 von Papst Clemens XII. verhängt.
Daher gebieten Wir mit aller Strenge und kraft heiligen Gehorsams allen Gläubigen, gleich welchem Stand, Rang, Zustand, Orden, Würde oder Vorrang, ob Kleriker oder Laien, Weltgeistliche oder Ordensleute, selbst jenen, die Anspruch auf besondere und individuelle Nennung haben,
dass niemand es wagen oder sich anmaßen soll, unter irgendeinem Vorwand oder aus irgendeinem Grund diese vorgenannten Gesellschaften der Liberi Muratori oder Francs Massons [Freimaurer], oder wie auch immer sie genannt werden, zu betreten, zu verbreiten oder zu unterstützen, sie in seinen Häusern oder Wohnungen aufzunehmen oder sie zu verbergen, sich ihnen anzuschließen, mit ihnen zusammen zu sein, ihnen die Befugnis oder Erlaubnis zu erteilen, sich anderswo zu treffen, ihnen in irgendeiner Weise zu helfen, ihnen in irgendeiner Weise Rat, Ermutigung oder Unterstützung zu geben, sei es offen oder geheim, direkt oder indirekt, aus eigener Kraft oder durch andere;
Sie dürfen auch nicht andere drängen, ihnen sagen, sie anstiften oder überreden, sich solchen Vereinigungen anzuschließen oder sich zu ihnen zählen zu lassen, oder ihnen in irgendeiner Weise beizuwohnen oder sie zu unterstützen; sondern sie müssen sich von solchen Vereinigungen, Gesellschaften, Versammlungen, Treffen, Kongregationen oder Konventikeln gänzlich fern halten, unter Androhung der Exkommunikation für alle oben genannten Personen, die durch die Tat selbst ohne weitere Erklärung erfolgt und von der niemand, außer im Augenblick des Todes, die Absolution erlangen kann, außer durch Uns selbst oder den jeweiligen römischen Papst. (Papst Clemens XII., Bulle In Eminenti; Hervorhebung hinzugefügt.)
Die automatische Exkommunikation, die dem Heiligen Stuhl vorbehalten ist, ist die schwerste Strafe, die die katholische Kirche verhängen kann (wobei diese Exkommunikation selbst in drei Stufen unterteilt ist). Mit anderen Worten: Der Beitritt zu den Freimaurern zählt zu den schwersten Verbrechen, die man sich vorstellen kann, und das aus gutem Grund! Dennoch spekuliert TIA offen darüber, ob Papst Pius IX. diese schwerwiegenden Warnungen völlig missachtet und sich diese Exkommunikation vor seinem Amtsantritt zugezogen hat, ohne jemals öffentlich auf die ihm vorgeworfene Mitgliedschaft zu verzichten!
Die Erklärung von TIA, sie würden die Aussagen gegen Pius IX. weder befürworten noch dementieren, reicht nicht aus, denn sie veröffentlichen ihre Ergebnisse. Sie behaupten, sich noch in der Phase der Datenerhebung aus verschiedenen Quellen zu befinden, um die objektive Realität zu ermitteln. Doch in der Zwischenzeit verunsichern und verwirren sie Katholiken weltweit und beschmutzen den guten Ruf eines der ruhmreichsten Päpste in der Geschichte der Kirche.
Wenn die Herausgeber von TIA objektive historische Forschung betreiben wollen, die auch die Aussagen von Freimaurern berücksichtigt, steht ihnen das vielleicht frei – aber nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit . Dokumente von Freimaurern zu veröffentlichen, die einen Papst beschuldigen, sich den erklärten Feinden Christi angeschlossen zu haben, ist ein ungeheurer Skandal. Die Einschränkung, dass man im Grunde „nicht weiß, ob das stimmt“, macht die Sache in gewisser Weise noch verwerflicher, denn nun werden schwerwiegendste Anschuldigungen gegen einen Papst erhoben von Leuten, die selbst zugeben, dass diese völlig haltlos sein könnten.
(2) TIAs Rechtfertigungsversuch und die sedisvakantistische „Explosion des Hasses“
TIAs anderer Beitrag mit dem Titel „Explosion des Hasses seitens der Sedisvakantisten“ (siehe Link oben) wird von einer ausführlichen „Anmerkung des Herausgebers“ eingeleitet. Darin wird die Verleumdungskampagne gegen Papst Pius IX. damit gerechtfertigt, dass man „historische Beweise nicht leugnen“ dürfe, selbst wenn diese einen Papst in ein schlechtes Licht rücken. Das ist zwar richtig, aber irrelevant, denn unsere Argumentation beruht darauf, dass diese „Beweise“ gefälscht sind – nicht unbedingt, weil sie von Freimaurern stammen, sondern weil nachgewiesen wurde, dass sie von Freimaurern erfunden wurden.
Genau das ist so verwerflich: TIA verwendet Lügen als „Beweise“, die von den erklärten Feinden Christi verbreitet werden. Wir haben bisher keinen einzigen „Beweis“ gegen Pius IX. gesehen, der nicht letztlich von den Freimaurern selbst stammt.
Um das Ganze noch zu verschlimmern, behauptet TIA in dem Beitrag „Explosion des Hasses“, wir Sedisvakantisten würden „die historischen Fakten unredlich manipulieren, um sie [unseren] Theorien anzupassen“. Tun wir das wirklich? In unserer ersten Erwiderung haben wir bereits Beweise angeführt, die die Anschuldigungen gegen Pius IX. als verleumderisch entlarven, und wir fügen nun einen weiteren hinzu, auf den uns einer unserer Leser freundlicherweise aufmerksam gemacht hat. Sehen Sie selbst:
Die Freimaurerei, als die wichtigste Geheimgesellschaft der Welt und Vorbild aller anderen, wurde vom Heiligen Stuhl immer wieder verurteilt. Im Konsistorium vom 25. September 1865 verurteilte Pius IX. sie aufs Schärfste, um alle Zweifel auszuräumen und alle Katholiken zurückzurufen, die sich in gutem Glauben von diesen Gesellschaften hatten verführen lassen. Die Herren, die sich ihrer Integrität rühmen, griffen zu einem seltsamen Argument.
Um der Lehre des Papstes entgegenzuwirken, behaupteten sie, er sei selbst Freimaurer gewesen. Die Geschichte nahm in Deutschland ihren Anfang , und sie glaubten, durch die Verlegung des Schauplatzes nach Amerika unentdeckt zu bleiben. Sie behaupteten felsenfest, Pius IX. sei in eine Freimaurerloge in Philadelphia aufgenommen worden, zitierten seine Reden und erklärten, dass sich in der Loge zahlreiche seiner Autogramme befänden.
Unglücklicherweise für diese Geschichte liegt Philadelphia in der zivilisierten Welt. Die Menschen dort konnten lesen und schreiben. Sie recherchierten und stellten fest, dass es in dieser Stadt keine Freimaurerloge dieses Namens gab; sie fanden heraus, dass keine Loge in Philadelphia jemals John Mary Mastai aufgenommen hatte; Sie fanden keinerlei Spuren seiner Anwesenheit dort, da er tatsächlich nie dort gewesen war; keine Loge besaß Briefe mit seiner Unterschrift; Freimaurer selbst bestätigten, dass das Ganze eine reine Erfindung war.
Die so widerlegte Verleumdung wurde immer wieder aufgegriffen, doch in späteren Versionen wird darauf geachtet, weder die Loge noch die Stadt allzu genau zu nennen.
(John Gilmary Shea, The Life of Pope Pius IX [New York: Thomas Kelly, 1878], S. 290-292)
Wer also verfälscht die historischen Belege? Wer ist es, dem die historische Realität „wenig bedeutet“?
Genauso wie es falsch ist, echte historische Beweise zu leugnen, ist es falsch, gefälschten historischen Pseudobeweisen Glauben zu schenken, die dazu dienen, die katholische Kirche und den Stellvertreter Christi zu diskreditieren. Wenn wir uns ansehen, wen TIA für ihre „Beweise“ zitiert, was finden wir? Glaubwürdige Historiker mit Zugang zu unabhängigen, objektiven Quellen? Nein, nur die Aussagen der erklärten Feinde Christi, der Freimaurer selbst! Das ist es, was es so beschämend macht.
TIA gibt zwar an, in zahlreichen Büchern anerkannter Historiker über die angebliche Freimaurerei Pius’ IX. gelesen zu haben, zitiert aber bisher ausschließlich Freimaurer. Könnte es sein, dass die hier erwähnten „anerkannten Historiker“ ihre Aussagen allesamt auf den Aussagen der Freimaurer stützen? Es ist irrelevant, wie viele Historiker zu einem Thema Stellung beziehen, wenn die Grundlage all dieser Behauptungen letztlich dieselbe voreingenommene und unzuverlässige Quelle ist.
TIA kommentiert die berechtigte Empörung der Sedisvakantisten über deren Zitieren freimaurerischer Quellen gegen den Stellvertreter Christi und erklärt weiter:
„Dies ist an sich schon widersprüchlich, da dieselben Sedisvakantisten, die nach Belieben alle Päpste beleidigen, die sie für ungültig halten, nun von einem plötzlichen Entsetzen ergriffen werden, wenn wir eine ehrliche historische Frage zum frühen Leben von Pius IX. aufwerfen. Wir erleben, wie sie sich dramatisch die Haare raufen und wütend gegen die „Verleumdung“ von Pius IX. wettern; eine Haltung, die der von Muslimen nicht unähnlich ist, wenn jemand Mohammed oder den Koran kritisiert.“
(AS Guimaraes, „Anmerkung des Herausgebers“, in „Explosion des Hasses von Sedisvakantisten“, 8. November 2016)
Hier besteht kein Widerspruch. Wie wir in unserer ersten Erwiderung bereits erläutert haben: „Ähnliche Anschuldigungen gegen die ‚Päpste‘ des Novus Ordo sind hingegen keineswegs unbegründet, denn sie (1) verhalten sich wie Freimaurer; (2) sprechen wie Freimaurer; (3) vertreten die freimaurerische Lehre, was man von Pius IX. weder vor noch nach seiner Wahl zum Papst behaupten kann.“ Darüber hinaus haben wir unsere Position wie folgt präzisiert:
Letztlich ist es unerheblich, ob die „Päpste“ des Zweiten Vatikanischen Konzils Freimaurer waren oder nicht. Entscheidend ist, dass sie sich öffentlich wie Freimaurer und nicht wie Katholiken verhielten – indem sie offen die freimaurerischen Lehren über Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit, Indifferentismus usw. bekannten –, denn genau das macht einen im Grunde unfähig, ein legitimer Papst oder gar Mitglied der katholischen Kirche zu sein.
(Novus Ordo Watch, „ Tradition in Action nutzt freimaurerische Quelle, um Papst Pius IX. in die Freimaurerei zu verwickeln“ , 3. November 2016)
Wir sehen keinen Widerspruch zwischen unserer Position zu den falschen Päpsten des Novus Ordo und unserer Position zu den wahren römisch-katholischen Päpsten. Der Versuch, eine Parallele zwischen unserer Haltung und der von Muslimen zu ziehen, die Kritik an Mohammed oder dem Koran üben, ist nichts weiter als ein billiger rhetorischer Angriff, der auf dem Trugschluss der „Schuld durch Assoziation“ beruht und darauf abzielt, grundlos Misstrauen gegen den Sedisvakantismus zu schüren.
Bezüglich unserer Behauptung, dass TIA versucht, Pius IX. zu verunglimpfen, um die Auffassung zu stützen, dass Franziskus ein legitimer Papst sei, behauptet TIA: „Der ungewöhnliche und kindische Charakter dieser … Anschuldigung sowie der Zeitpunkt, zu dem die E-Mails alle gleichzeitig eingingen, scheinen darauf hinzudeuten, dass die Nachrichten von derselben Person angefordert wurden: dem Herausgeber von Novus Ordo Watch …“.
Im Ernst? Erstens ist die Annahme, dass sie dies ansprechen, um ihre Position zu untermauern, dass Franziskus der wahre Papst sei, weder ungewöhnlich noch kindisch. Tatsächlich taten sie etwas Ähnliches mit Papst Benedikt XV., kurz nachdem Pater Joseph Ratzinger 2005 zum „Papst“ Benedikt XVI. gewählt worden war.
Zweitens hat der Herausgeber von Novus Ordo Watch niemanden aufgefordert, TIA per E-Mail zu kontaktieren. Dass TIA zahlreiche Nachrichten von Sedisvakantisten erhielt, die über ihre Freimaurer-Verleumdung gegen Pius IX. verärgert waren, ist vermutlich einfach die natürliche Folge davon, dass Leser von Novus Ordo Watch das Kontaktformular der TIA-Website nutzen, um Feedback per E-Mail zu senden. Ist dieses Szenario wirklich so abwegig, dass die Redakteure von TIA sich nicht vorstellen können, dass jemand so etwas tut? Unsere Leser sind nicht dumm; sie sind keine „gehorsamen Mitläufer“, und das wollen wir auch gar nicht. Sie sind intelligente Menschen, die selbstständig denken und handeln können.
Dann folgt ein Vorwurf, der sich zwar an den Herausgeber von Novus Ordo Watch richtet, aber wohl auf jeden Sedisvakantisten zutrifft: Er „entscheidet, wer Papst ist und wer nicht und wer ein wahrer Traditionalist ist und wer nicht …“. Natürlich hat die Frage, wer Papst ist und wer nicht, nichts mit den Entscheidungen eines Sedisvakantisten zu tun, aber wer kann einem so rhetorisch wirkungsvollen Strohmann-Argument schon widerstehen?
Was der Sedisvakantist tut, wie jeder andere auch, ist, die Zusammenhänge zu erkennen. So wie man objektiv feststellen kann, wer katholisch ist, so kann man auch feststellen, wer nicht katholisch ist, denn das eine impliziert logisch das andere. Da aber, wie Papst Leo XIII. lehrte, „es absurd ist anzunehmen, dass jemand, der außerhalb der Kirche steht, in ihr befehlen kann“ (Enzyklika Satis Cognitum, Nr. 15), folgt daraus zwangsläufig, dass Franziskus nicht der Papst der katholischen Kirche ist.
Dass Franziskus kein Katholik ist, wird in der gesamten semi-traditionalistischen Welt, insbesondere auf der Website von TIA, lautstark verkündet. Es lässt sich nicht leugnen. Aber ein nicht-katholischer Papst ist genauso unlogisch wie ein verheirateter Junggeselle, und daher bedeutet die Anerkennung, dass Franziskus kein Katholik ist, die Anerkennung, dass er nicht der Papst ist. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.
Es ist ironisch, dass die Leute bei TIA und ihre theologischen Mitstreiter, die sich offenbar nicht für „kompetent“ genug halten, um zu „entscheiden“, dass Franziskus nicht der Papst ist, dennoch keinerlei Skrupel haben, über alles andere zu urteilen:
Ständig entscheiden sie, was echte katholische Lehre ist und was nicht, was traditionell ist und was nicht, welcher liturgische Ritus akzeptabel ist und welches nicht, welches Kirchenrecht befolgt werden muss und welches nicht, was anstößig ist und was nicht, was lehramtlich ist und was nicht, wogegen man sich „bekämpfen“ muss und wogegen nicht usw., bis zum Überdruss . Doch wenn es um die eine Frage geht, von der die gesamte Legitimität jeglichen Widerstands gegen das, was sich als päpstlich und lehramtlich ausgibt, abhängt – die Frage, ob die Autorität hinter der systematischen Zerstörung des Katholizismus die des Stellvertreters Christi oder die des Teufels selbst ist –, halten sie sich plötzlich nicht mehr für kompetent genug, darüber zu urteilen!
Es ist erstaunlich, wie das funktioniert. Wer ist ihrer Meinung nach kompetent? Franziskus? Warum ist er dann nicht kompetent genug, um irgendetwas anderes für sie zu entscheiden?
Die tragische Wahrheit ist, dass die Leute von „Tradition in Action“ im Grunde einfach nicht an das Papsttum glauben. Deshalb können sie legitime römische Päpste ohne mit der Wimper zu zucken der Ketzerei oder der Mitgliedschaft in der Freimaurerei bezichtigen.
Für alle, die des Lesens müde sind, präsentieren wir das folgende Video als kurze Einführung in die Konsequenzen, die sich aus der Bestätigung ergeben, dass eine bestimmte Person Papst ist:
Das mangelnde Verständnis oder die fehlende Befolgung der wahren katholischen Lehre über das Papsttum ist kein Phänomen, das allein auf TIA beschränkt ist. Es ist ein Symptom, das häufig bei Traditionalisten auftritt, die sich dem Widerstand widersetzen, und nirgendwo wohl deutlicher zu finden ist als bei den Autoren der semi-traditionellen Leitpublikation „The Remnant“ .
Betrachten wir nur ein Beispiel: In einer kürzlich ausgestrahlten Folge des Remnant Forum fragte der Redakteur Michael Matt seinen Kollegen Christopher Ferrara, ob Franziskus „ein angehender Gegenpapst“ sei. Ferraras verblüffende Antwort offenbart genau das Problem der „Anerkennen und Widerstand leisten“-Position. Er sagte: „Mir ist es mittlerweile völlig egal, wie Sie ihn bezeichnen …“ ( Quelle: siehe Minute 6:45–6:57)!
Und da haben wir das Desaster der antisedevakantistischen „Erkennen-und-Widerstehen“-Theologie in all ihrer Pracht: Für sie ist das Papsttum nichts weiter als ein Etikett , eine leere Hülle, die bestenfalls einen Ehrenvorrang genießt, etwas, das man jedem Menschen gleichermaßen zuschreiben kann oder nicht, ohne dass es in der Praxis irgendeinen Unterschied macht. Ob jemand nun Stellvertreter Christi oder Stellvertreter des Teufels ist oder irgendetwas dazwischen, ist ihnen völlig egal. Ferrara & Co. interessiert das einfach nicht.
Das ist Ketzerei.
Was lehrte Papst Pius IX. darüber?
Wir dürfen auch nicht die Dreistigkeit derer ignorieren, die, ohne die gesunde Lehre zu befolgen, behaupten, dass „ohne Sünde und ohne Opfer des katholischen Bekenntnisses Zustimmung und Gehorsam gegenüber jenen Urteilen und Dekreten des Apostolischen Stuhls verweigert werden dürfen, deren Zweck das allgemeine Wohl der Kirche, ihre Rechte und ihre Disziplin betrifft, nur dass sie die Glaubens- und Sittendogmen nicht berühren.“ Doch niemand erkennt und versteht nicht klar und deutlich, wie schwerwiegend dies dem katholischen Dogma der vollen Macht widerspricht, die Gott durch Christus, unseren Herrn, selbst dem Papst zur Weihe, Leitung und Führung der Gesamtkirche verliehen hat. (Papst Pius IX., Enzyklika Quanta Cura, Nr. 5)
Wenn also jemand behauptet, der römische Papst habe nur das Amt der Aufsicht oder Leitung, nicht aber die volle und höchste Jurisdiktionsgewalt über die gesamte Kirche, nicht nur in Fragen des Glaubens und der Sitten, sondern auch in solchen, die die Disziplin und Leitung der über die ganze Welt verbreiteten Kirche betreffen; oder dass er nur die wichtigeren Teile, nicht aber die ganze Fülle dieser höchsten Macht besitze; oder dass diese Macht nicht gewöhnlich und unmittelbar sei oder sich nicht auf die Kirchen insgesamt und einzeln, und auf die Hirten und die Gläubigen insgesamt und einzeln erstrecke: der sei verflucht.
(Erstes Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution Pastor Aeternus , Kap. 3; Denz. 1831)
Es ist offensichtlich, dass es von großer Bedeutung ist, ob Franziskus Gegenpapst ist oder nicht. Dass Herr Ferrara erklärt, es sei ihm gleichgültig, ob Franziskus Papst oder Gegenpapst sei, zeigt, dass er die Lehre der Kirche zum Papsttum nicht verstanden hat – oder sich schlichtweg nicht daran hält. In jedem Fall steht es ihm nicht zu, unzähligen Zuschauern und Abonnenten Ratschläge zu erteilen, was katholisch ist und was nicht.
Übrigens, für diejenigen, die vielleicht aus den Augen verloren haben, dass die katholische Kirche lehrt, dass die Unterwerfung unter den Papst für das Seelenheil notwendig ist, hier eine kleine Erinnerung aus dem 14. Jahrhundert:
Diese Autorität, obwohl sie dem Menschen gegeben und von ihm ausgeübt wird, ist jedoch nicht menschlich, sondern göttlich. Sie wurde Petrus durch ein göttliches Wort verliehen und ihm und seinen Nachfolgern von demjenigen, zu dem Petrus sich bekannte, bestätigt, als der Herr selbst zu Petrus sprach: „Was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein“ usw. [Mt 16,19]. Wer sich also dieser von Gott eingesetzten Macht widersetzt, widersetzt sich der göttlichen Ordnung [Röm 13,2], es sei denn, er erfindet wie Manichäus zwei Anfänge, was falsch und von uns als ketzerisch verurteilt ist, da Gott nach dem Zeugnis des Mose nicht in den Anfängen, sondern im Anfang Himmel und Erde erschaffen hat [Gen 1,1].
Ferner erklären, verkünden und definieren wir, dass es für das Heil unbedingt notwendig ist, dass sich jeder Mensch dem römischen Papst unterordnet.
(Papst Bonifatius VIII., Bulle Unam Sanctam ; Denz. 469)
Dass sich im Lager derer, die anerkennen und Widerstand leisten, niemand tatsächlich Franziskus unterwirft, ist sonnenklar. John Vennari erlaubte ihm nicht einmal, seinen Kindern Katechismus beizubringen.
Natürlich ist diese Haltung der Gleichgültigkeit – dass es keine Rolle spielt, ob Franziskus Papst ist – eine Position, zu der sich der Halbtraditionalist gewissermaßen gezwungen sieht, weil sie die politisch korrekte, halbwegs gesichtswahrende Synthese aus (1) der unbestreitbaren Tatsache, dass Franziskus ein Antikatholik ist, und (2) der hartnäckigen Weigerung des Halbtraditionalisten, die Wahrheit des Sedisvakantismus anzuerkennen, darstellt.
Ferrara mag sich vielleicht für ungemein großmütig halten, indem er scheinbar zugibt, dass Franziskus vielleicht doch nicht Papst ist , aber die Wahrheit ist, dass zu sagen, es spiele keine Rolle, ob Jorge Bergoglio der Stellvertreter Christi sei oder nicht, wie Ferrara es jetzt tut, noch schlimmer ist, als zu behaupten, er sei es. Wir haben dieses Thema bereits ausführlich diskutiert.
- Ist Franziskus ein legitimer Papst? Warum das wichtig ist.
Ob man Franziskus nun für den Papst hält oder nicht , um Himmels willen, sagen Sie nicht, es spiele keine Rolle! Das Papsttum hat Konsequenzen.
Alle Katholiken sind aufgerufen, den Papst zu lieben und ihm ergeben zu sein, nicht nur als zeremonielles Oberhaupt, sondern als das, was er in Wahrheit ist: der Stellvertreter Jesu Christi.
…
Die Leute bei TIA sollten ihre Verehrung für den Papst vielleicht damit beginnen, zumindest davon abzusehen, antipäpstliche Propaganda zu veröffentlichen, die von erklärten Handlangern des Antichristen verfasst wurde.
Nur so eine Idee.
Quelle: https://novusordowatch.org/2016/11/pius9-freemasonry-second-rebuttal-tia/
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Siehe auch die Beiträge auf wahrerglaube.info:
- Der Papst der ein Freimaurer war (satirischer Titel)
- Die freimaurerische Kampagne gegen Pius IX.





