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apostasie.info
Konzilssekte seit 1965 – Simius Dei

Die feindlichen Angriffe gegen Papst Pius IX.

Vatikanisches Konzil unter Pius IX. 1869 bis 1870

Die feindlichen Angriffe gegen Papst Pius IX. aus der Konzilskirche

Was muss man tun, um das hohe Ansehen von Papst Pius IX. bei den Katholiken zu zerstören? Indem man ihm entweder unterstellt, dass er Freimaurer war, oder man veröffentlicht ein Skandalbuch, indem der Papst nicht die eigentliche Hauptperson ist, aber eine gewichtige Rolle spielt in dem Skandal eines Benediktinerinnenklosters und eines neuscholastischen, hoch anerkannten Theologen. Wir werden die feindlichen Angriffe gegen Pius IX., sowohl was die Lüge der Freimaurerei als auch was das Skandalbuch angeht, in mehreren Beiträgen aufzeigen.

Pius IX. als „Erfinder der Unfehlbarkeit und Neuerfindung des Katholizismus“

Wenn man diese Überschrift liest, fragt man sich, wer dieser Märchenerzähler ist, der solche Behauptungen aufstellt. Man ist dann ganz erstaunt, dass ein Kirchenhistoriker aus der Konzilskirche solch kühne Behauptungen aufgestellt hat.

Dieser Beitrag soll zunächst aufzeigen, dass es in der Konzilskirche, der freimaurerischen Gegenkirche zur katholischen Kirche, nichts Ungewöhnliches ist, dass Päpste der katholischen Kirche verunglimpft, verleumdet und gehasst werden. Ein Vertreter dieser Gegenkirche ist der Kirchenhistoriker Hubert Wolf, der frech behauptet, Pius IX. habe die katholische Kirche mit dem Unfehlbarkeitsdogma zu einer ‚Papstkirche‘ umgewandelt. „Pius IX. und seine Anhänger wollten mit dem Unfehlbarkeitsdogma die Neuerfindung der katholischen Kirche im 19. Jahrhundert vollenden. … Seit 1870 ist die katholische Kirche endgültig zur Papstkirche geworden.“ (Quelle: Hubert Wolf: Wie der Papst unfehlbar wurde)

Darüber hat er ein Buch geschrieben mit dem Titel „Der Unfehlbare – Pius IX. und die Erfindung des Katholizismus im 19. Jahrhundert“, das im Jahr 2020 erschien.

So heißt es in einer Kurzrezension des Buches:

Hubert Wolf beschreibt, wie der Katholizismus im Namen erfundener Traditionen ganz auf Rom ausgerichtet wurde. Mit Pius IX. (1792 bis 1878) wurde 1846 der richtige Papst für dieses Programm gewählt: Im Bewusstsein eigener Machtvollkommenheit verkündete er das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens, schottete die Kirche mit dem »Syllabus errorum« von Demokratie und Moderne ab und ließ sich auf dem Ersten Vatikanischen Konzil für unfehlbar erklären.

Dieser Unsinn, den dieser Professor für Kirchengeschichte von sich gibt, kann nur in der freimaurerischen Gegenkirche, der Montinischen Konzilskirche, entstehen.

Wer die Kirchen- und Papstgeschichte kennt, muss zu der Erkenntnis gelangen, dass dieser Professor für Kirchengeschichte entweder keine Ahnung hat (was nicht zu vermuten ist) oder er als waschechter Modernist mit der Montinischen Konzilsbrille die Papst- und Konziliengeschichte sieht und bewusst das Pontifikat von Pius IX. so abscheulich darstellt, dass der unwissende Katholik tatsächlich glaubt, die Gegenkirche hätte mit ihrem Neuanfang auf dem Montinischen Räuberkonzil die schlimmen Fehler der katholischen Kirche zu überwinden vermocht.

Die Frage der päpstlichen Unfehlbarkeit auf dem Vatikanischen Konzil

Lesen wir, was der Jesuit Theodor Granderath in dem 2. Band seiner dreibändigen Ausgabe zur Geschichte des Vatikanischen Konzils geschrieben hat:

Man stritt also über die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit hin und her und betrachtete sie als eine freie Meinung, die man verteidigen und ebenso frei in Abrede stellen könne. Dies war aber unrichtig. Es bestanden schon Erklärungen der kirchlichen Lehrbehörde, kraft deren die Leugnung dieser Lehre nicht mehr frei war. Unter den Irrtümern des Petrus von Osma verurteilte Sixtus IV. Auch den Folgenden: ‚Ecclesia urbis Romae errare potest‘. (Denz., Enchirid. ed. IX (1900), n. 616)

Sobald die Deklaration des gallikanischen Klerus erschienen war, wurde sie von Innozenz XI. verworfen (11. April 1682), und Alexander VIII. verurteilte sie in der Konstitution Inter multiplices (28. August 1694) mit den Worten: ‚Omnia et singula, quae … quoad declarationem de potestate ecclesiastica ac quattuor in ea contentas propsitiones … acta et gesta fuerunt … ipso iure nulla, irrita, invalida … ab initio fuisse et esse ac perpetuo fore neminemque ad illorum seu cuiusloibet eorum … observantian teneri … declaramus‘ (ebd. n. 1192) (‚Wir erklären, dass alles und jedes, was … in Bezug auf die Erklärung der kirchlichen Gewalt und die vier darin enthaltenen Aussagen … … nach dem Gesetz … null, nichtig, ungültig … war, ist und sein wird, und dass niemand sonst verpflichtet sein wird, sie zu befolgen …‘)

Als die Synode von Pistoja die vier Propositionen der gallikanischen Deklaration in ihr sog. Glaubensdekret aufgenommen, erinnerte Pius VI. In der Bulle Auctorem fidei an die Verurteilung dieser Deklaration durch Innozenz XI. und Alexander VIII. Und fuhr dann fort: ‚Multo fortius exigit a Nobis pastoralis sollicitudo recentem horum [actorum Conventus Gallicani] factam in synodo tot vitiis affectam adoptionem, velut temerariam, scandalosam, ac praesertim post edita praedecessorum Nostrorum decreta, huic Apostolicae Sedi summopere iniuriosam reprobare, ac damnare, prout eam praesenti hac Nostra constitutione reprobamus et damnamus ac pro reprobata ac damnata haberi volumnus‘ (ebd. n. 1461).

(‚Unsere pastorale Sorge gebietet uns umso mehr, die jüngst auf der Synode verabschiedeten [Akte der Gallischen Versammlung] zurückzuweisen und zu verurteilen, da sie so viele Mängel aufweist, voreilig, skandalös und insbesondere nach den Dekreten unserer Vorgänger höchst schädlich für diesen Apostolischen Stuhl ist, so wie wir sie in unserer gegenwärtigen Konstitution zurückweisen und verurteilen und wünschen, dass sie als zurückgewiesen und verurteilt gilt.‘)

Die Bezeichnung der Lehre von der päpstlichen Unfehlabrkeit als leicht widerlegbar und oft widerlegt verbot Alexander VIII. durch die Proskription des Satzes: ‚Futilis et toties convulsa est assertio de Pontificis Romani … in fidei quaestionibus decernendis infallibilitate‘. (ebd. n. 1186) (‚Vergeblich und so oft verworfen ist die Behauptung der Unfehlbarkeit des römischen Papstes … bei der Entscheidung von Glaubensfragen.‘)

Hiermit war freilich die Sache nicht entschieden. Für die Bestreitung der Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit waren aber doch Grenzen gezogen. (S. 262)

Siehe auch die Beiträge von P. Franz Xaver Weninger SJ:

– Die Unfehlbarkeit des Papstes als Lehrer der Kirche

Der Antrag, die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit dem Konzil vorzulegen, ging ganz frei aus dem Kreis der Bischöfe hervor, ohne dass von päpstlicher Seite irgendeine Veranlassung hierzu gegeben war. Ja, die Bischöfe zeigten sich, wie wir später klarer sehen werden, weil eifriger in Verfolgung ihres Planes, die Definition dieser Lehre zu betreiben, als die Kurie, und hatten sich öfters über die Bedenken jener zu beklagen, welche dem Fortgang ihrer Angelegenheit hinderlich in den Weg traten. Der Papst war es freilich, der die Frage dem Konzil vorlegte, aber er tat es, weil vier- oder fünfhundert Bischöfe es verlangten. (S. 295)

Es ist richtig, dass Pius IX. den Schriftstellern, die ihm ihre zur Verteidigung der Unfehlbarkeitslehre verfassten Werke einsandten und denen, welche Adressen zu Gunsten der Definition einreichten, seinen belobenden Dank hat sagen lassen. Aber wenn der Papst Schriftstellern, welche die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit verteidigten, zu ihren Schriften Glück wünschte oder ihnen für Zusendung der Schriften dankte, so war dies nichts anderes als die Erfüllung einer Hirtenpflicht. Der Papst hat die Pflicht, die Verteidigung der Glaubenswahrheiten zu fördern. Zu diesen gehören nicht nur die auf Konzilien definierten Wahrheiten, sondern auch diejenigen, welche er als zum Glaubensschatz gehörige Wahrheiten ansieht, also auch vor der Definition des Vatikanischen Konzils die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes.

Diese Lehre war nicht nur in der Heiligen Schrift enthalten, sondern auch durch allgemeine Konzilien, wie das Glaubensbekenntnis der Griechen im zweiten Konzil von Lyon und das Unionsdekret des Konzils von Florenz, verbürgt, und wenn Pius IX. die Verteidiger der Unfehlbarkeitslehre belobte, so hat er hierin alle jene Päpste zu Vorgängern, die, wie wir oben sahen (S. 262), das Bekenntnis derselben von den Christen verlangt oder die entgegengesetzte Lehre verworfen haben.

Zu diesen gehört der Papst Hormisdas, der den orientalischen Bischöfen im Jahr 518 ein Glaubensbekenntnis zur Unterschrift vorlegte, das diese Lehre klar ausspricht; Papst Sixtus IV., der im Jahre 1479 den Satz des Petrus de Osma verurteilte: ‚Die Kirche der Stadt Rom kann irren‘; jene Päpste, welche die gallikanische Deklaration von 1682 verworfen haben, wie Innozenz XI., Alexander VIII. und Pius VI., sowie Alexander VIII. Auch durch Verurteilung von neununddreißig Sätzen, von denen der neunundzwanzigste lautet: ‚Die Behauptung von der Autorität des Papstes über das Konzil und von der Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubenssachen ist eine nichtige und oft widerlegte Behauptung.‘

Das Recht und die Pflicht des Papstes, das Bekenntnis dieser Lehre zu fördern und der Leugnung derselben entgegenzutreten, bestand für Pius IX. gerade so, wie für seine Vorgänger, und wurde in keiner Weise durch das Vatikanische Konzil deshalb suspendiert, weil sich der Absicht der meisten Bischöfe, diese Lehre konziliarisch zu definieren, eine Minorität widersetzte. Beabsichtigte ja auch diese nicht, jene Lehre zu verwerfen; sie hatten bloß nicht den Willen, sie zu definieren. … Zur Zeit des Konzils war die Erfüllung dieser Pflicht um so notwendiger, weil die Lehre in Schriften und und Tagesblättern aufs heftigste angegriffen wurde. (S. 296/297)

Hubert Wolfs Skandalbuch ‚Die Nonnen von Sant’Ambogio‘ war der erste Angriff auf Pius IX.

Dieses Skandalbuch erschien im Jahr 2013 im gleichen Verlag wie sein Buch über Pius IX.

In der Kurzrezension heißt es:

Die Akten dieses Inquisitionsprozesses sollten für alle Ewigkeit in den Archiven des Vatikans verschwinden. Um ganz sicher zu gehen, legte man sie an der falschen Stelle ab, ohne zu ahnen, dass sie gerade dadurch über hundert Jahre später der Forschung zugänglich werden – und Hubert Wolf sie aufspürt.

Hubert Wolf hatte bereits seit 1992 Zutritt zu den Archiven der Inquisition und päpstlichen Indexkongregation im Vatikan. 1999 wurde er in den wissenschaftlichen Beirat des Archivs der Glaubenskongregation berufen.

Dies hatte sicher seinen Grund.

Denn Papst Pius IX. war nicht nur bei dem Professor ein Hassobjekt. Auch zeigte sich in dem Verhalten des bayerischen Apostaten Joseph Ratzinger, der nicht nur darüber triumphierte, dass das Montinische Räuberkonzil den Gegensyllabus zu Pius IX. zum Dogma erhob, sondern auch – mit Erlaubnis des Apostaten Karol Wojtyla/’Johannes Paul II.‘ – dem Professor aus Münster die einzigartige Gelegenheit gab, in dem Inquisitionsarchiv zum Fall Kleutgen zu wühlen und ein Skandalbuch mit Dokumenten zu publizieren, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Man fragt sich, warum?

Warum Joseph Kleutgen den Modernisten ein Dorn im Auge ist

Die antikatholische Süddeutsche Zeitung (SZ) ließ es sich nicht nehmen, unter dem Titel „Tiefe Einblicke in die Welt der Scheinheiligen“ über das zu schreiben, was Hubert Wolf in seinem Buch der Öffentlichkeit präsentierte. Gäbe es im Vatikan noch die katholische Kirche, wäre Wolfs Buch sicher auf dem Index gelandet und verboten worden. Es hätte auch keinen Joseph Ratzinger im Vatikan in der sog. Glaubenskongregation gegeben, und niemand dort hätte einem Hubert Wolf erlaubt, in den Archiven zu stöbern, um dann den ‚Fall Kleutgen‘ zu publizieren.

Warum tat der Herr Ratzinger dies als Präfekt der ‚Glaubenskongregation‘ im Jahr 1998? Weil er eine schmierige Attacke gegen den großen Papst Pius IX. wollte. Die SZ schreibt: „Lesbischer Sex, Giftmord, Neuscholastik: Der Kirchenhistoriker Hubert Wolf enthüllt einen Skandal mit theologischer Dimension. Die Geschichte spielt in einem Nonnenkloster. Einer der Verurteilten schrieb Dogmen für den Papst.“

Der Jesuit Kleutgen hatte, so wird behauptet, maßgeblichen Anteil an dem Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes gehabt.

Da haben wir es: „Einer der Verurteilten schrieb Dogmen für den Papst.“

Und eines der Dogmen, die für die Gegenkirche am anstößigsten ist, ist nun mal das Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes.

Wie wir Wikipedia entnehmen können, war Kleutgen für die Päpste Pius IX. und Leo XIII. „ein wesentlicher Theoretiker der konservativen Lehre der Neuscholastik. Anlässlich seines Todes bezeichnete Papst Leo XIII. Kleutgen als „Princeps philosophorum“ („Fürst unter den Philosophen“). Aus seiner Zeit als Professor sind Konstantin Gutberlet, Franz Seraph Hettinger, Josef Hergenröther und Mathias Joseph Scheeben als seine wichtigsten Schüler zu nennen. … In Deutschland war Kleutgen ein großer Verteidiger der Neuscholastik, deren Basis er u. a. auch in der antiken Philosophie sah. Damit stand Kleutgen gegen die ‚Modernisten‘, wie z. B. seinen ehemaligen Ordenskollegen Anton Günther, aber auch Theologen wie Georg Hermes oder Johann Baptist von Hirscher.“

Der ‚Fall Kleutgen‘ in der katholischen Kirche

Der Jesuit Theodor Granderath, der über die Vorbereitungen und über das Konzil in seiner dreibändigen Geschichte es Vatikanischen Konzils berichtete, schreibt zum ‚Fall Kleutgen‘:

Kleutgen war, obgleich als vorzüglicher Theologe bekannt, nicht zu den Vorbereitungsarbeiten berufen worden, und noch im Anfang des Konzils befand er sich außerhalb Roms. Hiermit hatte es folgende Bewandtnis. Einige Jahre vor Eröffnung des Konzils war außerordentlicher Beichtvater im Kloster des hl. Ambrosius zu Rom. Die Nonnen dieses Klosters, Benediktinerinnen, verehrten eine im Anfang des 19. Jahrhunderts verstorbene Mitschwester, der man schon während ihres Lebens außerordentliche, übernatürliche Gaben zugeschrieben hatte, wie eine Heilige und flehten dieselbe in ihren Anliegen um ihre Fürsprache bei Gott an.

Dieses wurde beim Heiligen Offizium denunziert, und nicht nur die Schwestern, sondern auch ihr ordentlicher und außerordentlicher Beichtvater wurden sehr empfindlich bestraft; die letzteren, weil sie wenigstens an Klugheit in der Leitung der Nonnen hätten fehlen lassen. Beide Priester wurden suspendiert, eine Zeitlang sogar vom Lesen der heiligen Messe.

Kleutgen verließ infolgedessen Rom und begab sich in das einsame Heiligtum der Muttergottes nach Galoro, unweit des Albanersees, wo er den größten Teil seiner berühmten Werke ‚Die Theologie der Vorzeit‘ und ‚Die Philosophie der Vorzeit‘ schrieb. Nach Eröffnung des Konzils zurückberufen, mochte er die liebgewonnene Einsamkeit nicht verlassen, sträubte sich aber vergebens. Auf das Drängen einiger Bischöfe, namentlich des Erzbischofs Steins, Apostolischen Vikars von Calcutta, erhielt er von seinem Generaloberen den Befehl, seine Talente und Kenntnisse dem Konzil zur Verfügung zu stellen, und als Pius IX. eine Probe seiner Arbeiten kennen gelernt hatte, hob er, der sich in der Klosterangelegenheit unerbittlich streng gezeigt hatte, alle noch auf ihm lastenden Strafen auf. –

Friedrich (Geschichte u.s.w. III, 757) führt den Pater als den ‚berüchtigten‘ Kleutgen ein. Er nimmt es sonst wohl ziemlich genau mit Verletzung der Liebe und wirft es Rom als Verbrechen vor, dass es bekannt gemacht habe, Dupanloup sei ein uneheliches Kind (a.a.O. S. 393). Dass Rom dieses an die Öffentlichkeit gebracht hat, wird Friedrich schwerlich beweisen können. Doch wer immer es getan hat, der hat wenigstens die Wahrheit gesagt. Wer berechtigt aber Friedrich, von dem großen Gelehrten, Priester und Ordensmann wie von einem Straßenräuber zu sprechen? (Fußnote 6 auf S. 363 – S. 364)

Diese Informationen genügen für das katholische Volk und die Weltöffentlichkeit. Warum also ein Skandalbuch veröffentlichen, das die Katholiken verunsichert und Zweifel an der heiligen katholischen Kirche und ihren Päpste nährt und fördert? War dies gewollt? Oder ging es nur um Aufmerksamkeit und um den Mammon durch den Verkauf eines solchen Skandalbuches. Mit einem Skandalbuch kann man heutzutage viel Geld verdienen. Immerhin kam das Buch beim Spiegel in der Verkaufsliste auf Platz 7.

Wie bei Wikipedia weiter zu lesen ist, bezichtigt Hubert Wolf Kleutgen, „auf unredliche Weise die Neuscholastik in der Weltkirche zu einflussreicher Position gebracht“ zu haben. Dass die Modernisten wie Joseph Ratzinger und wohl auch Hubert Wolf die Scholastik vehement ablehnen, liegt daran, dass die Scholastik bzw. Neuscholastik nicht mit ihrem modernistischen Denken vereinbar ist. Sie hassen die Scholastik, die so unverzichtbar ist für die katholische Kirche.

Der Apostat Jorge Bergoglio gab den Beweis für die Abneigung und den Hass auf die Scholastik der Modernisten

In einem Dialog mit den Jesuiten bei der 36. Generalkongregation im Jahr 2016 erklärte er:

„Ich und meine Generation – vielleicht nicht die Jüngsten hier, aber meine Generation und einige der späteren auch – wurden in einer dekadenten Scholastik erzogen. Wir studierten Theologie und Philosophie mit Lehrbüchern. Es war eine dekadente Scholastik. … Um beispielsweise das ‚metaphysische Kontinuum‘ zu erklären – ich muss jedes Mal lachen, wenn ich mich daran erinnere –, wurde uns die Theorie der ‚puncta inflata‘ gelehrt. Als die große Scholastik an Bedeutung verlor, entstand diese dekadente Scholastik, mit der zumindest meine Generation und andere studiert haben.

Mari Derksen schreibt dazu auf novusordowatch:

„Was wir hier sehen, ist ein typisches Symptom des Modernismus: völlige Verachtung für die Scholastik, die scheinheilig durch den Verweis auf ein anschauliches Beispiel (die puncta inflata ) gerechtfertigt wird, während man dem heiligen Thomas von Aquin, dem Universallehrer der Kirche und größten Scholastiker, Lippenbekenntnisse zollt.

Im Gegensatz zur im 19. Jahrhundert unter Teilen des Klerus vorherrschenden antischolastischen Haltung verurteilte Papst Pius IX. die folgende Aussage:

Die Methoden und Prinzipien, mit denen die alten Scholastiker die Theologie betrieben, entsprechen nicht mehr den Anforderungen unserer Zeit und dem Fortschritt der Wissenschaften (Syllabus Errorum, Nr. 13).

Sein Nachfolger, Papst Leo XIII., rief in seiner Enzyklika Aeterni Patris von 1879 zu einer Wiederbelebung des scholastischen Thomismus auf, um die Irrtümer der modernen Welt zu widerlegen. Dies leitete eine regelrechte neuthomistische ‚Renaissance‘ ein, die im Wirken von Persönlichkeiten wie Pater Joseph Kleutgen, Pater Ambrosius Gardeil, Pater Édouard Hugon, Kardinal Louis Billot, Kardinal Johann Franzelin und vielen anderen hervorragende Früchte trug.

In seiner bahnbrechenden Enzyklika gegen den Modernismus entlarvte Papst Pius X. Hass und Verachtung der Scholastik als typisches Merkmal der Modernisten:

Gegen die scholastische Philosophie und Theologie greifen sie zu Spott und Verachtung. Ob Unwissenheit oder Furcht oder beides sie zu diesem Verhalten antreibt, so ist doch gewiss, dass ihre Leidenschaft für Neues stets mit Hass auf die Scholastik einhergeht. Und es gibt kein sichereres Zeichen für die Hinwendung zum Modernismus, als wenn jemand beginnt, seine Abneigung gegen die scholastische Methode zu zeigen. … Sie setzen all ihren Scharfsinn ein, um die Kraft der Tradition zu schwächen und ihren Charakter zu verfälschen, um sie so ihres Gewichts und ihrer Autorität zu berauben. (Papst Pius X., Enzyklika Pascendi , Nr. 42)

Die Scholastik der theologischen Handbücher des 19. und 20. Jahrhunderts zeichnete sich durch eine kristallklare und präzise Logik aus – etwas, das „Papst“ Franziskus wiederholt verabscheut hat. Auch „Papst“ Benedikt XVI. hat sie nachweislich abgelehnt.

… Ich hatte Schwierigkeiten, in das Denken des Thomas von Aquin einzudringen, dessen glasklare Logik mir zu in sich geschlossen, zu unpersönlich und vorgefertigt erschien. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass Arnold Wilmsen, der Philosoph, der uns Thomas lehrte, uns einen starren, neuscholastischen Thomismus präsentierte, der meinen eigenen Fragestellungen schlichtweg zu fern lag.

(Joseph Ratzinger, Meilensteine: Erinnerungen 1927-1977  [San Francisco, CA: Ignatius Press, 1998], S. 44)

Wenn die Seiten dieser Handbücher von „dekadenter Scholastik“ durchdrungen waren, machte sich das Lehramt schuldig, seinen Priestern fast zwei Jahrhunderte lang ungenaue und unzureichende Unterweisung in der katholischen Lehre gegeben zu haben. Eine solche Vorstellung ist für jeden denkenden Katholiken absurd, aber vermutlich glauben Herr Bergoglio und seine Mitstreiter der Modernisten genau das, denn genau so handeln sie. Sie tun so, als sei der Katholizismus der Vergangenheit hoffnungslos unzureichend und unreif gewesen und dringend einer „Aktualisierung“ bedürftig, um ihn für den modernen Menschen „relevant“ zu machen. Dies, so glauben sie natürlich, sei ihnen auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil  (1962–65) gelungen, wo die Kirche angeblich endlich die „authentische“ katholische Religion wiederentdeckt habe.

Quelle: Franziskus verurteilt die „dekadente Scholastik“

Soweit Mario Derksen.

Doch der wesentliche Grund für die Veröffentlichung des Skandalbuches durch den Kirchenhistoriker Hubert Wolf ist der in dem Buch enthaltene verabscheuungswürdige Angriff auf Papst Pius IX. Hubert Wolfs weiteres Buch – die oben erwähnte Biographie über Pius IX., – beweist die gerechtfertigte Anklage gegen den Kirchenhistoriker.

In einem Interview antwortete Wolf auf die Frage „Wurde und wird der Katholizismus also ständig neu erfunden?“:

Das wäre zu wünschen, das entspräche dem Begriff der „lebendigen Tradition“. Aber nach 1870 sollte die für jede Religion notwendige fortwährende Aktualisierung ihrer Tradition stillgestellt werden. Aus lebendiger Tradition und ihrer immer neuen dynamischen „Erfindung“ wurde Traditionalismus. Dadurch wurde ein starres Kirchenbild zementiert. Wichtige Chancen für eine lebendige Kirche wurden verspielt. Das kann man aus der Kirchengeschichte des 19. Jahrhunderts lernen – wenn man das will …“ (Quelle: https://www.kirche-und-leben.de/wie-der-papst-unfehlbar-wurde/print.html)

Nun, bei dieser Antwort wundert man sich nicht mehr, wenn der Kirchenhistoriker sich für die Abschaffung der Zölibatspflicht, die Einführung einer unabhängigen Verwaltungsgerichtsbarkeit, eine zeitgemäße Sexualmoral und die Wahl der Bischöfe unter Beteiligung der Gläubigen wünscht.

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In weiteren Beiträgen wird über die ebenfalls üble Behauptung und Lüge berichtet, Papst Pius IX. sei Freimaurer gewesen:

  • Papst Pius IX. war nie Freimaurer
Tags: Modernismus
Papst Eugen IV. Cantate Domino 1442
Pius IX. Verurteilung der Freimaurerei