Teil 2: Wie Konzilsheilige gemacht werden
In dem Beitrag über die Heiligsprechungen in der Konzilskirche haben wir das Augenmerk insbesondere auf die Selig- und Heiligsprechungs-Praxis eines Märtyrers gerichtet. An verschiedenen Beispielen haben wir den Unterschied der Heiligsprechungs-Praxis für Märtyrer in der katholischen Kirche und der Konzilskirche gezeigt. In der Konzilskirche wurde der traditionelle Märtyrerbegriff abgeschafft, was zu absurden ‚Heiligsprechungen‘ führte. Nicht anders ist es bei den Konzilsheiligen. Die Konzilshierarchie gibt sich alle Mühe, ihre Unheiligen aus dem Schwefelpool der konziliaren Revolution auszuwählen, um sie zu ‚Heiligen‘ ihrer Konzilssekte zu deklarieren. Dabei müsste es jedem klar sein: Konzilsheilige sind keine Heiligen, wenn wir wissen, wie Konzilsheilige gemacht werden.
Würdige Kandidaten für die ‚Heiligsprechung‘ in der Konzilskirche
Bevor wir fortfahren zu beweisen, warum die Heiligsprechungen in der Konzilskirche null und nichtig sind, muss eine sorgfältige Unterscheidung getroffen werden.
Es gab wirklich würdige Kandidaten für die Selig- und Heiligsprechung, die von Mitgliedern der Konzilskirche vorgeschlagen wurden. So sind unter den würdigen Kandidaten zu nennen die Fatimakinder Jacinta und Francisco Marto, Pater Junipero Serra, die ehrwürdige Anna Katharina Emmerich, Pater Maximilian Kolbe, Juan Diego und weitere. Nicht zu vergessen sei der große Papst Pius IX., der die Feinde der Kirche, insbesondere die Freimaurer, rasend machte. Denn Pius IX. hat mit der Enzyklika „Quanta cura“ und dem Syllabus sowie dem Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes diesen Feinden Christi und der Kirche einen schweren Schlag versetzt. Die Wut auf diesen Streiter Christi ist bis heute aktuell zu spüren.
Trotzdem sind diese ‚Heiligsprechungen‘ nicht anzuerkennen. Denn Scheinpäpste, wie die Konzilspäpste es nun mal sind, haben nicht die Macht und Autorität, irgendjemanden heilig zu sprechen, auch wenn der Kandidat objektiv ein Heiliger ist.
Unwürdige Kandidaten für die ‚Heiligsprechung‘ in der Konzilskirche
Von diesen wahrhaft Heiligen muss die Spreu der Konzilsheiligen deutlich unterschieden werden. Als Beispiele seien genannt Josemaria Escriva Balaguer y Albas, Mutter Teresa, Chiara Lubich, Karol Wojtyla, Angelo Roncalli, Montini, Rosmini und weitere. Die Aufnahme von wirklich würdigen Kandidaten, die für eine Heiligsprechung in Frage kommen, hat es den Konziliaristen ermöglicht, ihre eigenen Leute in die Reihen der ‚Seligen‘ und/oder ‚Heiligen‘ zu befördern.
Die Aufnahme würdiger Kandidaten in die ‚Heiligenfabrik‘ des Konziliarismus diente, wenn man so will, als ‚Deckmantel‘ für die Aufnahme der unheiligen Kandidaten. Denn der Glaube und die Tugenden der wahrhaft Heiligen haben mit dem Glauben und den Tugenden der Konzilskirche absolut nichts zu tun. Sie schließen sich aus. Mit der Einbeziehung der würdigen Heiligen konnten aber die unheiligen Vorreiter der konziliaren Agenda leichter in den neuartigen Heiligsprechungs-Prozess aufgenommen werden. Die Widersprüche ließen sich mit der hegelianischen Dialektik auflösen. Danach konnten ungehindert die schlimmsten Feinde der katholischen Kirche wie auch unsittliche und lasterhafte Kandidaten in den Heiligsprechungs-Prozess aufgenommen werden.
Der Relativismus in der Heiligsprechung
So lässt sich die ‚Seligsprechung‘ von Papst Pius IX. und dem Freimaurer Angelo Roncalli am selben Tag, dem 3. September 2000, als eine Übung im Hegelianismus verstehen. Roncalli ließ seinen korpulenten Körper künstlich konservieren, um ihn für diejenigen, die nach seinem Tod seine ‚Sache‘ untersuchten, als ‚unbestechlich‘ erscheinen zu lassen. Denn wie kann man die Verkündigung von Papst Pius IX. und dem Freimaurer Angelo Roncalli am selben Tag ‚vereinbaren‘, wenn der erstere, Papst Pius IX., genau die Thesen verurteilt hat, die die Grundlage des Lebenswerks des letzteren, Roncalli, waren?
Die gleichzeitige Seligsprechung von Pius IX. und Johannes XXIII. ist die Heiligsprechung des Relativismus. Bisher hat die katholische Kirche nur zwei Päpste der Neuzeit und Gegenwart heiliggesprochen: Pius V. im Jahr 1712, der strengste Interpret der Gegenreformation. Der heilige Pius V. war Schutzpatron der Inquisition. Und Pius X., der im Jahr 1954 von Pius XII. heiliggesprochen wurde, war der Protagonist des Kampfes gegen den Modernismus.
Daniele Menozzi, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Florenz, Italien, bemerkt dazu: „Die Logik war klar: Die Päpste, die mit größter Entschlossenheit und Hartnäckigkeit kämpften, wurden zu Heiligen gemacht … weil sie versuchten, die Kirche wie eine belagerte Zitadelle zu verteidigen.“
Gleichzeitige ‚Seligsprechung‘ von Pius IX. und ‚Johannes XXIII.‘
Menozzi erklärt nun, dass bei Karol Wojtyla alias ‚Johannes Paul II.‘ die ‚Heiligsprechungen‘ zweier diametral entgegengesetzter Päpste durcheinander geraten seien. Denn wie ist es möglich, gleichzeitig zwei Päpste, den antimodernistischen Pius IX. und den modernistischen Johannes XXIII., seligzusprechen. Sie verkörpern zwei unterschiedliche Glaubensrichtungen sowie zwei verschiedene Modelle der Kirche, die sich grundlegend voneinander unterscheiden:
„Auf der einen Seite der Syllabus und der Kampf gegen die Moderne von Pius IX. und auf der anderen Seite die Visualisierung der modernen Welt durch Johannes XXIII. als Träger positiver Werte. Da ist der Temporalismus [der Einfluss der Kirche auf die weltliche Ordnung und ihr entsprechender Besitz an irdischen Gütern] von Pius IX – und die Arme Kirche und Kirche der Armen von Johannes XXIII; das Prinzip des gerechten Krieges, das der katholischen Lehre entspricht von Pius IX – und das Pacem in terris und die Ablehnung jeglichen Krieges von Johannes XXIII; …. das Dogma der Unfehlbarkeit und des Primats des Papstes, das auf dem Ersten Vatikanischen Konzil von Pius IX. verkündet wurde – und die Aufwertung der Ortskirchen und der bischöflichen Kollegialität, die auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil von Johannes XXIII. bekräftigt wurde“.
(Quelle: Heiligsprechung des Relativismus)
Menozzi betrachtet den Widerspruch wie folgt: „Die Wahrnehmung eines unauflösbaren Widerspruchs, der sich jeder Logik entzieht, bei der Seligsprechung des Duos Pius IX./Johannes XXIII. seitens der römischen Kurie“ könnte durch den „von oben kommenden Wunsch erklärt werden, um jeden Preis eine Kohärenz zu schaffen, auch dort, wo sie unmöglich erscheint“. (Adista, Rom, 1. Juli, S. 4-5)
Die künstliche Konservierung von Roncallis totem Körper
Der Leichnam von Johannes XXIII. wurde offiziell als unverweslich befunden. Jedoch handelte es sich, wie so oft bei der Konzilshierarchie, um eine wohl überlegte Täuschung. Die gesamte Operation der Konservierung galt als streng geheim. Trotzdem kam die Wahrheit ans Licht. Der Bericht über die Konservierung wurde in der italienischen Wochenzeitung Famiglia Cristiana veröffentlicht (Nr. 22, 2001). Auch gab es Informationen im französischen Bulletin La Contre-Réforme Catholique (Nr. 8, August 2001). Die Einzelheiten der Konservierung teilte Dr. Goglia Famiglia Cristiana im Interview mit. Dr. Goglia hatte ein System entdeckt, um Leichen unverweslich zu halten.
„Wir haben die Flasche mit der Flüssigkeit auf das Stativ gestellt. Wir machten einen kleinen Schnitt in das rechte Handgelenk und führten die Nadel dort ein. Ich hatte Angst, dass das Blut durch den Schlauch austreten würde oder dass die Flüssigkeit die Haut aufreißen könnte …. Um 5 Uhr morgens am 4. Juni war die Operation beendet. Die Flüssigkeit hatte alle Kapillaren erreicht und blockierte den Zersetzungsprozess. Wir haben dann einige Liter der Flüssigkeit in den vom Krebs zerstörten Magen des Papstes gespritzt, um die Bakterien dort abzutöten.“ (Quelle: Der unbestechliche Papst und die Pharaonen )
Das Kriterium der „Heiligsprechung“ sind die Vorlieben der Konzilspäpste für ihre Kandidaten
Es ist auffällig, dass die Benennung von etlichen Heiligen der Vorliebe des amtierenden Papstes zu verdanken ist. Zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen, die Atila Sinke Guimarães in einem Beitrag benennt.
Edith Stein
„Edith Stein wurde als Märtyrerin heiliggesprochen; sie starb jedoch nicht, wie es die Erklärung der Märtyrerschaft verlangt, im Kampf für den katholischen Glauben. Sie war eine katholische Nonne, die von den Nazis aufgrund ihrer jüdischen Herkunft gefangen genommen wurde. Aus diesem Grund wurde sie in ein Konzentrationslager deportiert und starb dort. Über ihren Tod in der Gaskammer sind keine Details bekannt, die es erlauben würden, sie als Märtyrerin zu bezeichnen. Daher liegt ein grundlegender Formfehler vor, der ihre Heiligsprechung für ungültig erklärt.“
Seine Vermutung für die konziliare „Heiligsprechung“ von Edith Stein:
„Ich vermute, dass der wahre Grund für die Verleihung dieses Titels darin lag, dass sie eine Schülerin von Edmund Husserl war – so wie Wojtyla ein Schüler von Max Scheler war – und sie ein Buch schrieb, in dem sie versuchte, das Denken von Husserl auf der Grundlage des Heiligen Thomas zu rechtfertigen, so wie Wojtyla seine Dissertation schrieb, in der er versuchte, Schelers Philosophie auf der Grundlage der Scholastik des Heiligen Thomas zu rechtfertigen. Sowohl Stein als auch Wojtyla waren glühende Verehrer der modernen Philosophie. Ihre Heiligsprechung schien ein Versuch zu sein, diese Philosophie zu legitimieren.
Auch die Wiener Zeitung schrieb:
Die Nazis ermordeten sie als Jüdin und nicht als Ordensfrau. Edith Stein war sich bewusst, dass sie nicht als Katholikin und Ordensfrau deportiert wurde. Als sie die Gestapo am 2. August 1942 um 17.00 Uhr im Kloster Echt abholte, sagte Edith Stein zu ihrer mitverhafteten Schwester Rosa: „Komm, wir gehen für unser Volk.“
Nach katholischer Definition wird ein Mensch zum Märtyrer, wenn er wegen seines Glaubens verfolgt wird. Das wäre bei Edith Stein keinesfalls der katholische gewesen.
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/welt/378633-Heiligsprechung-Edith-Steins-Ein-wunder-Punkt-der-Kirche.html – nicht mehr abrufbar
Mutter Teresa
„Das angebliche Wunder für ihre Seligsprechung – die Heilung einer an Eierstockkrebs erkrankten Frau in Indien – wurde von dem gesamten Ärzteteam, das die Frau behandelte, bestritten. Sie erklärten, ihre Patientin hätte durch die Behandlung, die sie erhielt, durchaus geheilt werden können. Auch der Ehemann der Frau glaubte, dass die Heilung auf die medizinische Behandlung und nicht auf ein Wunder zurückzuführen sei. Die Aussagen dieser wichtigen Zeugen wurden völlig außer Acht gelassen.“
Erinnern wir uns daran, dass in dem Gesetzbuch von 1917 im Kanon 2028 § 1. steht: Handelt es sich um Wunder, dann müssen die Ärzte, die den Kranken behandelt haben, als Zeugen geladen werden, was für Ärzte es auch sein mögen. Aus der Wendung „was für Ärzte es auch sein mögen“ ergibt sich, dass diese Ärzte ohne Rücksicht auf ihr Privatleben geladen werden müssen, mag es sich dabei um Katholiken, Häretiker oder Ungläubige handeln.
Aber „um Karol Wojtyla zu gefallen, setzten sich die Ärzte des Vatikans über die Meinung ihrer indischen Kollegen hinweg und erklärten die Heilung zu einem unbestreitbaren Wunder. Anstatt den Fall mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu behandeln, wählten sie den einfachen Weg, um ihren Chef zufrieden zu stellen. Der wahre Grund war vermutlich Wojtylas Wunsch, den Interkonfessionalismus zu fördern, da Mutter Teresa immer wieder betonte, dass alle Religionen zur ewigen Erlösung führen.“
Marian T. Horvat hat mit der Frage „Wie steht es mit der Orthodoxie von Mutter Teresa?“ den wunden Punkt getroffen, der für eine Heiligsprechung im katholischen Sinn von erheblicher Bedeutung ist.
„Ich formuliere das Problem anders: Kann jemand, der – wie sie – bekräftigt oder andeutet, dass die katholische Kirche nicht die einzig wahre Kirche ist, seliggesprochen werden?
Lassen Sie mich einige Beispiele aus dem kürzlich erschienenen Buch ‚Alles beginnt mit dem Gebet: Mutter Teresas Meditationen über das geistliche Leben für Menschen aller Glaubensrichtungen‘ anführen. Im Vorwort hebt Anthony Stern den ökumenischen Geist von Mutter Teresas Werk hervor, indem er ihre oft zitierte Aussage lobt: „Ich habe immer gesagt, wir sollten einem Hindu helfen, ein besserer Hindu zu werden, einem Muslim, ein besserer Muslim zu werden, einem Katholiken, ein besserer Katholik zu werden.“
Sie wird als große ökumenische Gebetslehrerin gepriesen. Diejenigen, die ihre spirituellen Meditationen loben, lesen sich wie eine Liste von Teilnehmern einer Gebetsbegegnung in Assisi: ein jüdischer Rabbiner, ein Zen-Lehrer, ein tibetisch-buddhistischer Meister, ein protestantischer Pfarrer und der Präsident der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Bischof Anthony Pilla, um nur einige zu nennen. Letzterer bezeichnet die Meditationen als „Kerne der Wahrheit … tiefgründig in Weisheit und spiritueller Einsicht“.
Hier ist eine dieser „Kernaussagen“. Mutter Teresa sagte:
„Manche nennen ihn Ishwar, manche Allah, manche einfach Gott, aber wir müssen anerkennen, dass er uns zu Größerem geschaffen hat: zu lieben und geliebt zu werden. Wichtig ist, dass wir lieben. Wir können nicht lieben ohne Gebet, und deshalb müssen wir, ungeachtet unserer Religion, gemeinsam beten.“
John Henry Newman
Joseph Ratzinger hat den englischen Konvertiten John Henry Newman immer geliebt. So wurde Newman, nachdem Ratzinger Papst geworden war, ohne ernsthafte Untersuchung seines Lebens oder seiner Schriften zum Seligen gemacht. Dieses neue System besagt nicht, dass diese Personen im Himmel sind. Dieses System besagt dagegen, dass bei diesen „Heiligen“ die Vorlieben der Konzilspäpste für ihre Kandidaten berücksichtigt werden.
Nicht mehr der Ruhm der Heiligkeit und Tugenden der Kandidaten ist von Belang, sondern heute haben wir es mit einer Propaganda für Konzilsheilige zu tun, die mit einer echten Heiligkeit nach katholischer Normen nichts zu tun hat.
John Henry Newman schrieb ein Essay mit dem Titel „Essay on the Development of Christian Doctrine“. („Versuch über die Entwicklung der christlichen Lehre“) Der Essay, Newmans letztes Werk an der Universität Oxford, entstand im Februar 1843. Er konvertierte im Jahr 1845 zur katholischen Kirche.
„Er bekräftigte seine Überzeugung, dass sich die katholische Lehre in ihren Dogmen weiterentwickelt, indem der Heilige Geist der Kirche hilft, die in der apostolischen Entwicklung implizite Wahrheit zu erfassen. Anhand von Lehren über den päpstlichen Primat, den Marienkult, das Fegefeuer und die Anrufung von Heiligen argumentierte er, diese hätten sich aus der Tradition der frühen Kirche entwickelt und seien authentische Fortsetzungen des „Dogmatisierungsprozesses“, der in den frühen Konzilien stattgefunden habe.“
(Quelle: Katholische Dogmen entspringen „intensiven Gefühlen“)
Margaret C. Galitzin, die diesen Artikel über Newman schrieb, kommt zu der Konsequenz, dass „sein „Pionierwerk“ die Idee der Dogmenentwicklung als ein Prinzip etablierte, „das später von den Modernisten vertreten wurde. Von den Modernisten aufgegriffen, wurde es auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil anerkannt und sowohl in der Erklärung der Religionsfreiheit als auch in der Verfassung über die Offenbarung zitiert.“
Das Zweite Vatikanische Konzil tat, so Galitzin, was von seinen Kritikern befürchtet wurde: Es nutzte diese „Theorie“, um neue Fortschritte und tatsächliche Doktrinänderungen, wie etwa die Lehre zur Religionsfreiheit, zu rechtfertigen. Der Jesuit Avery Dulles hob hervor, dass Newman die Gedanken Karl Rahners vorweggenommen habe, „nämlich dass jede dogmatische Verkündigung nicht nur ein Ende, sondern auch ein Anfang ist“.
„Man könnte einwenden, so Galitzin gegen Ende ihres Artikels, „dass dieses Werk entstand, als Newman noch Protestant war, und daher nach seinem Übertritt zum Katholizismus als irrelevant gelten sollte. Dieser Einwand wäre berechtigt, wenn er die darin enthaltenen Theorien verworfen hätte. Aber im Gegenteil, er veröffentlichte es und verteidigte seine These bis zu seinem Lebensende. Der Einwand ist daher unbegründet.“
Zweifelhaftes „Wunder“
Außerdem muss man wissen, dass Karol Wojtyla als ‚Johannes Paul II. die Anzahl der für eine Seligsprechung erforderlichen Wunder auf eines reduzierte. Und dieses eine Wunder ist auch noch zweifelhaft, wie Atila Sinke Guimarães in seinem Beitrag „Zweifel an Newmans Seligsprechung“ berichtet.
„Welches Wunder ermöglichte Newmans Seligsprechung? Es war die vermeintliche Heilung von Herrn Jack Sullivan, einem Diakon aus Marshfield bei Boston. … Damals fand ich keinen Bericht darüber, dass Herr Sullivan jemals eine Rückenoperation gehabt hatte. Nun aber, da er bei der Seligsprechungsmesse im Rampenlicht stand, wurde eine neue Version des „Wunders“ präsentiert: Er hatte Rückenschmerzen, betete und wurde geheilt. Die Schmerzen kehrten zurück, er unterzog sich einer Operation, betete zu Newman, und die angeblich lange Genesungszeit verkürzte sich deutlich.
Die Heilung ist dem operierenden Arzt zuzuschreiben. Um die Farce aufrechtzuerhalten, gab Herr Sullivan jedoch vor, seine schnelle Genesung von dieser Operation sei ein „Wunder“.
Einer seiner Ärzte, Dr. Robert Banco, bestätigte seine Aussage, und dies lieferte das nötige „Wunder“ für Newmans Behandlungsmethode. Ein anderer kompetenter Chirurg, der den Fall analysierte, bestätigte jedoch das Gegenteil. In einem Interview mit der Sunday Times erklärte Dr. Michael Powell, Spezialist am National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London, dass Sullivans fünftägige Genesung nach einer ‚im Grunde genommen recht einfachen‘ Operation nichts Ungewöhnliches gewesen sei. Er fügte hinzu, dass er mit seinen Kollegen über die Geschichte des Wunders gelacht habe: „Wir Wirbelsäulen-Chirurgen haben uns darüber köstlich amüsiert.“
Antonio Rosmini
Mit welchem bösartigen Denken gegenüber der katholischen Kirche und ihrer Päpste die neuen Konzilsheiligen gerechtfertigt werden, lässt sich an der ‚Seligsprechung‘ von Antonio Rosmini zeigen.
Der Nachfolger von Wojtyla/’Johannes Paul II.‘, Joseph Ratzinger/’Benedikt XVI.‘, nutzte sein eigenes falsches ‚Pontifikat‘, um die Sache von Pater Antonio Rosmini voranzutreiben, obwohl Papst Leo XIII. 1887 vierzig seiner Thesen persönlich verurteilt hatte. Jede dieser verurteilten Thesen ist zur Standard-‚Orthodoxie‘ innerhalb der neuen Konzilskirche geworden. Es ist wichtig, ein wenig bei diesem Fall zu verweilen. Denn die Manipulation der Selig- und Heiligsprechungs-Prozesse begann nicht erst mit Jorge Mario Bergoglio.
Der Mann, der ‚Papst Benedikt XVI.‘ wurde, versuchte, die ‚Seligsprechung‘ Rosminis zu ermöglichen und damit die philosophisch absurde und dogmatisch verurteilte These des dogmatischen Evolutionismus ‚abzusegnen‘. Es ist ein bezeichnendes Zeichen dafür, wie weit die Revolutionäre gehen werden, um diejenigen auf ihre ‚Luther-Tische‘ zu erheben, die den Triumph ihrer modernistischen Thesen des Widerspruchs und der ‚Kontinuität in der Diskontinuität‘ ermöglicht haben, für die Ratzinger/Benedikt selbst bereits 1971 eingetreten ist.
Die ‚Seligsprechung‘ von Pater Antonio Rosmini, dessen aufrichtige Liebe zu den Armen und Unglücklichen in den Kontext seines philosophischen Kampfes gegen die Natur Gottes und seine heiligen Wahrheiten gestellt werden muss, war nur Teil eines revolutionären Prozesses, durch den der modernistische Geist verherrlicht und seine Anhänger als heilige Männer und Frauen der katholischen Kirche ‚verehrt‘ werden.
Als Auftakt zur antipäpstlichen ‚Seligsprechung‘ von Pater Antonio Rosmini-Serbati im Jahr 2007 hielt es Joseph ‚Kardinal‘ Ratzinger für angebracht, im Wesentlichen zu behaupten, Papst Leo XIII. habe sich am 14. Dezember 1887 geirrt, als er die Verurteilung von vierzig Irrtümern Rosmini-Serbatis durch das Heilige Offizium bestätigte und billigte.
Die Rehabilitierung von Antonio Rosmini durch die Konzilskirche
Die Rehabilitierung Rosminis im Jahr 2001 war lediglich ein Vorspiel zu seiner ‚Seligsprechung‘, die am 18. November 2007 erfolgte, nachdem der Mann, der ihn rehabilitiert hatte, Ratzinger/Benedikt, seine Sache gutgeheißen hatte. So heißt es in der von der ‚Kongregation für die Glaubenslehre‘ herausgegebenen ‚ANMERKUNG zur Bedeutung der Lehrdekrete zum Denken und Werk von Pater Antonio Rosmini Serbati‘:
„Die Ereignisse nach dem Tod von Rosmini erforderten eine gewisse Distanzierung der Kirche von seinem Denksystem und insbesondere von einigen seiner Thesen. Es ist notwendig, die wichtigsten historisch-kulturellen Faktoren zu betrachten, die diese Distanzierung beeinflusst haben, die in der Verurteilung der „40 Thesen“ des Dekrets ‚Post obitum‘ von 1887 gipfelte.
Der erste Faktor ist die Erneuerung der kirchlichen Studien, die durch die Enzyklika Aeterni Patris (1879) von Leo XIII. in der Entwicklung der Treue zum Denken des Heiligen Thomas von Aquin gefördert wurde. Das päpstliche Lehramt sah die Notwendigkeit, den Thomismus als philosophisches und theoretisches Instrument zu fördern, das eine vereinheitlichende Synthese der kirchlichen Studien bieten sollte, vor allem bei der Ausbildung von Priestern in Seminaren und theologischen Fakultäten, um der Gefahr eines eklektischen philosophischen Ansatzes entgegenzuwirken.
Die Übernahme des Thomismus schuf die Voraussetzungen für eine negative Beurteilung einer philosophischen und spekulativen Position wie der von Rosmini, weil sie sich in ihrer Sprache und ihrem begrifflichen Rahmen von der philosophischen und theologischen Ausarbeitung des heiligen Thomas von Aquin unterschied.
Ein zweiter Faktor, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Tatsache, dass die verurteilten Thesen zumeist aus den posthumen Werken des Autors stammen. Diese Werke wurden ohne einen kritischen Apparat veröffentlicht, der in der Lage war, die genaue Bedeutung der verwendeten Ausdrücke und Konzepte zu bestimmen. Dies begünstigte eine heterodoxe Interpretation des Rosminianischen Denkens, ebenso wie die objektive Schwierigkeit, Rosminis Kategorien zu interpretieren, vor allem, wenn sie in einer neothomistischen Perspektive gelesen wurden. (Anmerkung zur Kraft der Lehrdekrete über das Denken und Werk von P. Antonio Rosmini Serbati).
Die verurteilten Sätze von gestern können ganz einfach rehabilitiert werden, indem man den Thomismus ablehnt und behauptet, dass es aufgrund der Einflüsse der historischen Umstände und der Launen der menschlichen Sprache ‚unmöglich‘ ist, die dogmatische Wahrheit zu einem bestimmten Zeitpunkt adäquat auszudrücken.“
(Quelle: https://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20010701_rosmini_en.html)
Nach Ratzinger habe Papst Leo XIII. sich geirrt
Dr. Drolesky bemerkt zu diesem konziliaren Gaunerstück:
In diesem Abschnitt der ‚Note‘, die die Verurteilung der Thesen von Pater Antonio Rosmini durch Papst Leo XIII. rückgängig macht, stechen zwei Dinge hervor.
Erstens sagte ‚Kardinal Ratzinger‘ mit der vollen Zustimmung und dem ‚päpstlichen‘ Segen von Johannes Paul II. im Wesentlichen, dass Papst Leo XIII. zu dumm war, um die Komplexität von Rosminis zugegebenermaßen zweideutigem Werk zu verstehen, was dazu führte, dass der Pontifex dieses Werk falsch verstand.
Ratzinger behauptete, das ‚Missverständnis‘ habe der Kirche damals gut getan, da die meisten anderen Menschen zu den gleichen Schlussfolgerungen gekommen wären, da ihnen die ‚Werkzeuge‘ fehlten, um die ‚wahre‘ Bedeutung, die tief in Rosminis Worten verborgen war, zu entschlüsseln. Ratzinger hatte diese ‚Werkzeuge‘ natürlich zur Verfügung, zum Glück für die Sache der konziliaren ‚Wahrheit‘, wie Sie verstehen.
Mit anderen Worten, die posthum veröffentlichten Werke von Pater Rosmini, die vom Heiligen Offizium unter der Autorität von Papst Leo XIII. am 14. Dezember 1887 verurteilt wurden, fielen genau dem Thomismus zum Opfer, von dem Ratzinger selbst lange glaubte, er sei zu ‚glasklar‘ und ‚zu logisch‘, um einen so ‚tiefgründigen‘ Denker wie Pater Antonio Rosmini Serbati wirklich untersuchen zu können. Papst Leo XIII. habe sich geirrt, so Ratzinger, als er einen solchen Nachdruck auf das legte, was er, Ratzinger, als ‚Denkschule‘ des heiligen Thomas von Aquin abtat …
Wenn man sich Rosminis Thesen ansieht, die 1887 von Papst Leo XIII. verurteilt wurden, erkennt man sehr schnell, dass Joseph Alois Ratzinger/’Benedikt XVI.‘ und sein eigener Vorgänger, der ‚Heilige Johannes Paul der Große‘, der Rosmini in ‚Fides et Ratio‘ vom 14. September 1998 als ‚großen Denker‘ lobte, eine tiefe Verwandtschaft mit einem Weggefährten in der Überzeugung hatten, dass religiöser Glaube einfach aus dem eigenen inneren Bewusstsein ‚entspringt‘. In der Tat enthalten der erste bis vierte Satz von Rosminis These, die 1887 vom Heiligen Offizium verurteilt wurde, wenn man so will, Keime dieses Eckpfeilers der Moderne.
(Quelle:Es ist niemals ratsam, als ehemaliges Oberhaupt einer falschen Religion zu sterben, Teil drei – http://christorchaos.com/?q=content/it-never-advisable-die-former-head-false-religion-part-three
Nach Ratzinger ist der Thomismus Schuld an der Verwerfung von Rosminis Aussagen
Dass der Konziliarismus Thesen übernimmt, die von der Heiligen Mutter Kirche verurteilt wurden, weil die Umstände der Zeit es erforderten, wurde von einem „ultra-progessiven“ konziliaren Revolutionär, ‚Pater‘ Gregory Baum, festgestellt, kurz nachdem ‚Kardinal‘ Ratzingers ‚Rehabilitierung‘ der Thesen von Pater Antonio Rosmini-Serbati am 1. Juli 2001 verkündet worden war:
„Heute ist die Situation eine andere. Erstens, so Ratzinger, haben seriöse Forschungen gezeigt, dass Rosminis mehrdeutige und obskure Passagen, wenn man sie im Lichte seines eigenen philosophischen Werkes interpretiert, was natürlich die einzig ehrliche Art ist, einen philosophischen Text zu lesen, in ihrer Bedeutung nicht im Widerspruch zur katholischen Tradition stehen. Zweitens hat Johannes Paul II. in seiner Enzyklika Glaube und Vernunft von 1998 den philosophischen Pluralismus in der Kirche begrüßt und Antonio Rosmini unter mehreren katholischen Denkern des 19. Jahrhunderts mit großem Respekt erwähnt. Aus diesem Grund ist es zum jetzigen Zeitpunkt gerechtfertigt, die im Jahr 1887 verfügten Verurteilungen aufzuheben.
Die Nota vom Juli 2001 ist ein wichtiges kirchliches Dokument, weil es die historisch-kritische Methode auf das Verständnis des Lehramtes anwendet. Doch hat Ratzingers ‚aufmerksames Lesen‘ gezeigt, dass die Aufhebung der Verurteilung das Lehramt nicht in einen inneren Widerspruch verwickelt? Ich glaube nicht.
Er hat gezeigt, dass die Verurteilung der Thesen von Rosmini im Jahr 1887 durch die Pastoralpolitik der Kirche gerechtfertigt war und daher später ohne Widerspruch aufgehoben werden konnte. Er stellt jedoch nicht die Frage nach der Wahrheit. Den Lesern der Verurteilung von 1886 wurde vorgegaukelt, dass diese Thesen fehlerhaft seien: Es wurde ihnen nicht gesagt, dass sie nur dann falsch waren, wenn sie aus einer neothomistischen Perspektive gelesen wurden, und dass ihre wahre Bedeutung zu dieser Zeit nicht verfolgt werden sollte, weil Papst Leo XIII. wollte, dass der Neothomismus zur offiziellen Philosophie der Kirche wurde.
Die Nota zeigt, dass die Verurteilung von 1886 eine nützliche kirchliche Funktion ausübte, nicht dass sie wahr war. Ratzingers Erklärung zeigt, dass das Heilige Offizium keinerlei Respekt vor der Wahrheit hatte. Seine Absichten waren taktischer und politischer Natur. Das Heilige Offizium verstand sich damals als Diener der kirchlichen Zentralregierung und beurteilte Ideen nach ihren kirchlichen Implikationen, nicht nach ihrer Wahrheit.“
Die konziliare Antwort auf die Frage nach scheinbaren Widersprüchen im Lehramt
Dennoch ist die Nota, so wird behauptet, ein wichtiges Dokument. Denn es ist das erste Mal, dass sich eine kirchliche Erklärung mit einer Frage auseinandersetzt, die die Katholiken seit langem beunruhigt. Wie sollen wir scheinbare Widersprüche im Lehramt interpretieren?
Der abtrünnige Gregory Baum beantwortet die Frage so:
„Hier ist ein berühmtes Beispiel. In der Bulle Unam Sanctam von 1302 schrieb Papst Bonifatius VIII. diese Worte: „Wir erklären, wir legen dar, wir bestimmen, dass die Unterwerfung unter den römischen Pontifex für das Heil eines jeden menschlichen Wesens notwendig ist.“ Und das Konzil von Florenz erklärte 1442 feierlich, dass es außerhalb der katholischen Kirche kein Heil gibt, weder für Häretiker noch für Schismatiker, selbst wenn sie ein heiliges Leben führen oder ihr Blut im Namen Christi vergießen.
Das Zweite Vatikanische Konzil schien eine ganz andere Lehre zu verkünden. In Gaudium et Spes lesen wir, dass, da Christus für alle Menschen gestorben ist und das Schicksal der Menschheit eins ist, wir davon ausgehen müssen, dass jedem Menschen auf eine Gott bekannte Weise die Teilnahme am Geheimnis der Erlösung angeboten wird.“
Gibt es einen inneren Widerspruch im Lehramt?
„Wir müssen uns mit Ratzinger fragen, ob es einen inneren Widerspruch im Lehramt gibt. Waren die feierlichen Erklärungen von Bonifatius VIII. und dem Konzil von Florenz falsch? Die Worte von Bonifatius waren so nachdrücklich: „Wir erklären, wir legen dar, wir definieren“, dass sich der Leser fragen kann, ob das Zweite Vatikanische Konzil einen Fehler gemacht hat. Gleichzeitig waren die Erklärungen von Bonifatius und den auf dem Konzil von Florenz anwesenden Kardinälen nur schwer mit der Lehre der Kirchenväter des zweiten und dritten Jahrhunderts zu vereinbaren, die glaubten, dass Gottes erlösendes Wort, das sich in Christus verkörpert hat, überall dort wirksam ist, wo Menschen nach der Wahrheit suchen.
Es mag gute kirchenpolitische Gründe für Bonifatius und die Kardinäle des Konzils von Florenz gegeben haben, diese harten Erklärungen abzugeben, doch – so möchte ich behaupten – waren diese Erklärungen falsch. Das Lehramt hat Fehler gemacht. Die Kirche, die vom Heiligen Geist geleitet wird, lernt ständig dazu.“ (Quelle: ebd.)
Die ‚Aufhebung‘ der Verurteilung Rosminis durch die Konzilskirche hat keine bindende Kraft
Dr. Drolesky schreibt deshalb zu Baums ‚Analyse‘ messerscharf:
„Baums ‚Analyse‘ ist, obwohl sie den Konziliarismus unterstützt, dennoch interessant, weil sie die Frage des Widerspruchs aufwirft. Ja, diejenigen von uns, die erkannt haben, dass die konziliare Kirche nicht die katholische Kirche ist und dass ihr ‚Lehramt‘ keine Autorität hat, irgendetwas zu widersprechen, was von der katholischen Kirche gelehrt wird, erkennen, dass die ‚Aufhebung‘ der Verurteilung von vierzig Thesen Antonio Rosminis durch Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1887 durch die Glaubenskongregation von Joseph Ratzinger am 1. Juli 2001 keinerlei bindende Kraft hat.
Es ist jedoch immer nützlich, wenn wahre konziliare Revolutionäre wie Gregory Baum auf die schlichte Wahrheit hinweisen, dass ‚Widerspruch‘ Teil des Glaubens sein kann, ein wichtiger Bestandteil des modernistischen Geistes.
Andererseits war Pater Antonio Rosmini-Serbati, abgesehen davon, dass er eine nützliche Rechtfertigung für die Umarmung des Modernismus durch die konziliaren Revolutionäre lieferte, ein Apostel der Armen, und das ist nach Meinung von Jorge Mario Bergoglio und seinen Genossen alles, was man braucht, um seine Seele zu retten. Sie glauben wirklich, dass es „außerhalb der Armen keine Rettung gibt“, genauso wie sie die katholische Lehre ablehnen, dass es außerhalb der Kirche keine Rettung gibt (Extra Ecclesiam Nulla Salus).“






