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Das Heiligste Herz Jesu Annum sacrum 1899

Papst Leo XIII. (ca. 1878)

Leo XIII. Das heiligste Herz Jesu – Annum sacrum

Rundschreiben vom 25. Mai 1899

(ASS XXXI [1899] 646-651)

Einleitung

a) Die Päpste und die Herz Jesu-Verehrung, 104.
b) Entschluss zur Weltweihe an das heiligste Herz Jesu, 105.

I. Christi Anrecht auf unsere Verehrung

1. Angeborenes Recht: Er ist König und Herr, 106-109.

2. Erworbenes Recht:
a) durch die Erlösung, 110-111.
b) durch unseren Weiheakt, 112-114.

II. Segen der Herz Jesu-Weihe

1. für die Einzelmenschen, 115.
2. für die Völker und die Kirche, 116-117.

Schluss

a) Kundgebungen des Dankes, 118.
b) Anhang: Weihegebet, 119.

Das Heiligste Herz Jesu

Heiligstes Herz Jesu: Jesus zeigt sein HerzQuelle: © https://apostasie.info

Einleitung

Die Päpste und die Herz Jesu-Verehrung

104. Vor kurzem haben Wir, wie ihr wisst, nach Sitte und Brauch Unserer Vorgänger das heilige Jubeljahr, das demnächst in dieser Stadt gefeiert werden soll, durch ein Apostolisches Schreiben angekündigt. Heute wollen Wir, gleichsam als hoffnungsvolles Unterpfand für den gesegneten Verlauf dieser Feier, ein anderes vorzügliches Werk anregen und Euch empfehlen, von dem Wir mit gutem Grund herrliche und dauerhafte Früchte erhoffen, in erster Linie für die ganze Menschheit, falls nur alle mit Überzeugung, Einmütigkeit und Begeisterung sich daran beteiligen.

Schon öfters waren Wir bemüht, jene wertvolle Andacht, die in der Verehrung des heiligsten Herzens Jesu besteht, nachdrücklich in Schutz zu nehmen und in helleres Licht zu rücken. Wir folgten hierin dem Beispiel Unserer Vorgänger, Innozenz XII., Benedikt XIII., Klemens XIII., Pius VI., Pius VII. und Pius IX. Insbesondere haben Wir dies getan durch unser Dekret vom 28. Juni 1889, wodurch Wir das Herz Jesu-Fest zu einem Fest ersten Ranges erhoben.

Jetzt aber steht Uns eine noch großartigere Huldigung vor Augen, die gleichsam die Vollendung und Krönung aller Ehrungen bilden soll, die dem heiligsten Herzen erwiesen werden; und Wir hoffen, dass Jesus Christus, unser Erlöser, sie mit Wohlgefallen entgegennehmen werde.

Entschluss zur Weltweihe an das heiligste Herz Jesu

105. Übrigens ist das Vorhaben, von dem Wir sprechen, nicht erst eine Anregung der jüngsten Zeit. Schon vor ungefähr fünfundzwanzig Jahren – als die zweite Zentenarfeier bevorstand zur Erinnerung an den Auftrag, den Gott der seligen Margareta Alacoque erteilte bezüglich der Verbreitung der Herz Jesu-Andacht – damals schon gelangten von überallher zahlreiche Bittschriften nicht bloß von Privatpersonen, sondern auch von Bischöfen an Pius IX., die das Gesuch zur Weltweihe an das heiligste Herz Jesu stellten. Man beschloss damals, den Beschluss aufzuschieben, um ihn noch reiflicher zu überlegen.

Unterdessen wurde den Staaten, die darum nachsuchten, die Erlaubnis erteilt, die Weihe für sich vorzunehmen; und es wurde dafür eine eigene Weiheformel vorgeschrieben. (*) Da inzwischen neue Beweggründe dazugekommen sind, halten Wir nun den Augenblick für günstig, dieses Vorhaben auszuführen.

Anm.: (*) siehe auf katholischglauben.info:

Herz-Jesu-Weihe von Ecuador 1874

I. Christi Anrecht auf unsere Verehrung

Angeborenes Recht: Er ist König und Herr

106. Fürwahr, dieser umfassende und höchste Beweis der Verehrung und Hingabe gebührt Jesus Christus im vollsten Maß, weil er der höchste Herrscher und Herr ist. Denn seine Herrschaft erstreckt sich nicht nur auf die katholischen Völker oder auf jene, die durch die Taufe von Rechts wegen der Kirche angehören, mögen auch irrige Anschauungen sie fernhalten oder Uneinigkeit sie von der Liebesgemeinschaft scheiden; sie dehnt sich vielmehr auch über alle jene aus, die den christlichen Glauben nicht besitzen.

Somit untersteht im vollsten Sinn die ganze Menschheit der Macht Jesu Christi. Er ist ja der Eingeborene des Vaters und gleicher Natur wie dieser, der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens. (Hebr. 1, 3) Darum muss er alles mit dem Vater gemeinsam haben, folglich auch die oberste errschaft über die ganze Schöpfung. Deshalb sagt auch der Sohn Gottes von sich selbst durch den Mund des Propheten:

Ich aber bin von ihm zum König gesetzt über Sion, seinen heiligen Berg … Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Begehr es von mir, so will ich dir die Völker zum Erbe geben und zum Eigentum die äußersten Grenzen der Erde. (Ps. 2, 6-8) Mit diesen Worten erklärt er, dass er von Gott die Herrschaft nicht nur über die ganze Kirche, die mit dem Berg Sion gemeint ist, erhalten hat, sondern auch über den übrigen Erdkreis, soweit dessen Grenzen reichen.

107. Die Grundlage aber, auf die sich diese Gewalt stützt, ist hinlänglich mit den Worten bezeichnet: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Denn gerade weil er der Sohn des Königs aller Dinge ist, ist er auch der Erbe seiner Macht; darum heißt es weiter: Ich will dir die Völker zum Erbe geben. Ähnlich drückt sich auch der Apostel aus: Ihn hat er zum Erben des Weltalls eingesetzt. (Hebr. 1, 2)

Ganz besonders ist aber zu beachten, was Jesus Christus selbst von seinem Reich gesagt hat, nicht durch den Mund der Apostel und Propheten, sondern mit seinen eigenen Worten. Als ihn nämlich der römische Landpfleger fragte: Du bist also ein König?, antwortete er ohne Zögern: Ja, ich bin ein König. (Joh. 18, 37) Noch deutlicher wird die Größe dieser Gewalt und die Unermesslichkeit seines Reiches aus den Worten, die er zu den Aposteln sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. (Matth. 18, 18)

108. Wenn Christus alle Gewalt empfangen hat, so ergibt sich notwendigerweise daraus, dass seine Herrschaft die höchste ist, dass sie unbedingt und der Willkür keines anderen unterworfen ist, so dass nichts ihr gleichkommen oder ähnlich sein kann; da ihm ferner diese Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, so müssen Himmel und Erde ihr unterworfen sein.

109. Christus hat dieses einzigartige und ihm allein zustehende Recht auch tatsächlich ausgeübt, als er nämlich den Aposteln den Befehl gab, seine Lehre überall zu verkünden, die Menschen durch die Taufe der einen Kirche einzuverleiben und ihnen Gesetze aufzuerlegen, die niemand ohne Gefährdung seines ewigen Heiles zurückweisen kann.

Erworbenes Recht

a) durch die Erlösung

110. Damit ist noch nicht alles gesagt. Christus besitzt nicht nur ein angeborenes Herrschaftsrecht als Sohn Gottes, sondern zudem noch ein erworbenes. Er hat uns ja aus der Gewalt der Finsternis gerettet (Kol. 1, 13) und sich selbst hingegeben als Lösegeld für alle. (1. Tim. 2, 6) Darum bilden nicht nur die Katholiken und überhaupt alle christlich Getauften, sondern alle Menschen, die einzelnen wie die Gesamtheit, sein erworbenes Volk. (1. Petr. 2, 9)

Treffend formuliert der heilige Augustinus diese Wahrheit, wenn er schreibt: »Ihr fragt, was er gekauft? Seht zu, wieviel er gegeben, und ihr werdet finden, was er gekauft. Das Blut Christi ist der Preis! Was kann denn einen so hohen Preis erfordern? Was anders, als die ganze Welt, was anderes, als alle Völker? Für das Weltall hat er alles gegeben, was er dahingab.«

111. Wie können aber auch die Ungläubigen der Gewalt und Herrschaft Christi unterstehen? Der heilige Thomas hat dies eingehend begründet. Bei Behandlung der Richtergewalt Christi stellt er die Frage, ob sich diese auf alle Menschen erstrecke; zunächst antwortet er, die Richtergewalt sei ein Ausfluss der königlichen Gewalt, und folgert sodann: »Alles ist somit Christus unterworfen von Rechts wegen, wenn ihm auch bezüglich der Ausübung dieses Rechtes noch nichts alles unterworfen ist.« (Thomas von Aquin, Sum. Theol. III q. 59 art. 4 ad 2)

Denn Christus übt seine Herrschergewalt über die Menschen aus durch die Wahrheit, durch die Gerechtigkeit und insbesondere durch die Liebe.

b) Durch unseren Weiheakt

112. Nun aber lässt Christus in seiner Güte zu dem eben erwähnten doppelten Titel seiner Gewalt und Herrschaft, wenn wir es wollen, unsere spontane Hingabe als neuen Rechtstitel hinzutreten. Allerdings ist Jesus Christus, unser Gott und Erlöser, unendlich reich, weil ihm der unbeschränkte Besitz aller Dinge im höchsten Maße zukommt; wir hingegen sind dermaßen bedürftig und arm, dass wir nichts zu eigen besitzen, was wir ihm schenken könnten.

In seiner unendlichen Liebe und Güte verschmäht er es indes nicht, dass wir ihm das, was ihm schon gehört, so schenken und zu eigen geben, als ob es unser rechtmäßiger Besitz wäre. Nicht nur verschmäht er es keineswegs, sondern wünscht es und bittet sogar darum: Mein Sohn, gib mir dein Herz! (Spr. 23, 26) Es liegt also wirklich in unserem Vermögen, ihm unseren Willen und unser Herz zu schenken.

Denn durch unsere Weihe anerkennen wir einerseits seine Oberherrschaft und beugen uns offenkundig und freiwillig seiner Macht; anderseits bekräftigen wir durch die Tat unsere Bereitwilligkeit, ihm unsere Gabe, falls sie uns gehörte, ebenso freudigen Herzens darzubringen, und bitten ihn, von uns huldvoll anzunehmen, was ihm bereits voll und ganz gehört. Das ist die Tragweite des Weiheaktes, um den es sich handelt, und der Sinn unserer Worte.

113. Da ja das heiligste Herz das treffendste Sinnbild der unendlichen Liebe Jesu ist, die uns zur Gegenliebe bewegt, ist die Weihe an das Herz Jesu durchaus angezeigt. Das ist schließlich nichts anderes als eine verpflichtende Selbsthingabe an Jesus Christus, denn alle Ehre, Huldigung und Liebe, die wir dem göttlichen Herzen erweisen, richtet sich in Wirklichkeit an die Person Christi selber.

Darum ermuntern und ermahnen Wir alle, die das göttliche Herz lieben, diesen Weiheakt bereitwillig zu vollziehen. Es wäre die schönste Erfüllung Unseres Wunsches, wenn alle ihre Weihe am gleichen Tag machten, damit das gleiche Gelöbnis von vielen Tausenden frommer Seelen zu gleicher Zeit zum Himmel emporsteige.

114. Werden Wir nun die ungezählten Scharen jener vergessen, die das Licht der christlichen Wahrheit noch nicht empfangen haben? Wir vertreten doch die Stelle dessen, der zu retten kam, was verloren war, und der zum Heil der ganzen Menschheit sein Blut dahingab. Deshalb sind Wir unablässig bemüht, selbst jenen Unglücklichen, die noch im Todesschatten sitzen, das wahre Leben zu vermitteln, indem Wir Christi Sendboten in alle Weltteile hinausschicken, um sie zu unterrichten. Ebenso empfehlen Wir sie jetzt aus tiefem Mitleid mit ihrem Schicksal dem heiligsten Herzen Jesu in ganz besonderer Weise und weihen sie ihm, soweit Wir es vermögen.

II. Segen der Herz Jesu-Weihe

für die Einzelmenschen

115. So wird die Weihe, zu der Wir allen raten, auch allen großen Segen bringen. Wer nämlich Christus bereits kennt und liebt, wird bald merken, dass dieser Huldigungsakt einen Zuwachs an Glaube und Liebe zur Folge hat. Jene hingegen, die Christus zwar kennen, seine Gebote und sein Gesetz aber missachten, werden am göttlichen Herzen ihre Liebe entzünden. Für die noch viel bedauernswerteren Opfer eines blinden Wahns wollen wir endlich einmütig die Hilfe des Himmels erflehen: Möge Jesus Christus, dessen Macht sie von Rechts wegen bereits unterstehen, bald auch tatsächlich über sie herrschen!

Nicht erst im künftigen Leben, wenn dann sein Wille durch die Rettung der einen und die Bestrafung der anderen an allen insgesamt in Erfüllung geht, sondern schon in dieser Zeitlichkeit, indem er sie zum Glauben ruft und zur Liebe erweckt. Möchten sie bald befähigt werden, durch diese Tugenden Gott so zu verehren, wie es sich gebührt, und dadurch zur ewigen Glückseligkeit gelangen.

für die Völker und die Kirche

116. Auch den Staaten bringt eine solche Weihe die zuversichtliche Hoffnung auf bessere Zeiten; sie vermag ja die Bande zu erneuern oder fester zu knüpfen, die das Gemeinwesen schon seiner Natur nach mit Gott verbinden. Heute hat man es so weit gebracht, dass Kirche und Staat wie durch eine Scheidewand voneinander getrennt sind. In der Staatlichen Verfassung und Verwaltung wird die geheiligte Autorität des göttlichen Rechtes missachtet; dadurch soll das öffentliche Leben jedem Einfluss der Religion entzogen werden.

Letzten Endes hat man es darauf abgesehen, den christlichen Glauben vollständig auszurotten und, wenn es möglich wäre, Gott den Herrn selber aus der Welt zu schaffen. Muss man sich angesichts einer so stolzen Vermessenheit noch wundern, dass die Menschheit größtenteils in eine heillose Verwirrung verstrickt und dermaßen vom Gewoge stürmischer Unruhen gehetzt ist, dass die Angst vor der drohenden Gefahr alle Herzen bedrückt? Die wuchtigsten Säulen der öffentlichen Wohlfahrt müssen wanken, wenn die Religion verachtet wird. Die Rebellen aber hat Gott zur gerechten und wohlverdienten Strafe ihren Leidenschaften überlassen, so dass sie ihren Trieben frönen und sich durch ihre entfesselte Haltlosigkeit selber vernichten.

Daher jene zahllosen Missstände und langwierigen Plagen, die uns gebieterisch zwingen, die Hilfe dessen anzufordern, der allein die Macht hat, sie zu beheben. Wer ist fähig dazu außer Jesus Christus, der eingeborene Gottessohn? Denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen. (Apg. 4, 12)

117. Zu Ihm müssen wir also unsere Zuflucht nehmen, da er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Man hat sich verirrt; folglich muss man auf den rechten Weg zurückkehren; der Geist ist von Finsternis umnachtet, darum muss die Dunkelheit durch das Licht der Wahrheit verscheucht werden; es herrscht der Tod, darum gilt es, das Leben festzuhalten. Dann endlich wird man viele Wunden heilen können, dann wird jedes Recht seine ursprüngliche Kraft wieder erlangen, dann endlich werden die Schwerter und Waffen den Händen entgleiten, wenn alle bereitwillig Christi Herrschaft anerkennen und ihm gehorchen werden, wenn jede Zunge bekennen wird, dass der Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit Gottes des Vaters ist. (Phil. 2, 11)

Schluss

Kundgebungen des Dankes

118. Als die Kirche in ihrer Frühzeit unter dem Joch der Cäsaren zu leiden hatte, erschien einem jungen Kaiser das Kreuz am Himmel; es war die Verheißung und zugleich die Ursache des baldigen glänzenden Sieges. Heute steht vor unseren Augen ein anderes göttliches Sinnbild als glückverheißendes Zeichen: das heiligste Herz Jesu, vom Kreuz überragt, im herrlichen Strahlenglanz eines Flammenkranzes. Darauf müssen wir das Heil der Menschheit setzen. Von ihm müssen wir das Heil der Menschheit erbitten und erwarten.

Endlich wollen Wir noch einen anderen, zwar rein persönlichen, aber immerhin beachtenswerten und triftigen Grund nennen, der Uns zur Vornahme dieser Weihe veranlasste: Gott, der Urheber alles Guten, hat Uns vor kurzem von einer schweren Krankheit befreit. Um Unsere Dankbarkeit für diese große Gnade öffentlich zu bekunden, wollen Wir die Huldigungen an das Herz Jesu vermehren.

Wir verordnen also, dass am 9., 10. und 11. Juni dieses Jahres in der Kirche jeder Ortschaft, in der Hauptkirche der Städte, folgende Andacht abgehalten werde: An jedem dieser Tage soll im Anschluss an die üblichen Anrufungen die von Uns approbierten Herz-Jesu-Litanei gebetet werden; am Schlusstag soll die Weiheformel gebetet werden, die Wir euch, ehrwürdige Brüder, zugleich mit diesem Schreiben zukommen lassen.

Als Unterpfand der göttlichen Gnaden und als Erweis Unseres besonderen Wohlwollens erteilen Wir euch sowie dem eurer Sorge anvertrauten Klerus und Volk von ganzem Herzen im Herrn den Apostolischen Segen.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 25. Mai 1899, im zweiundzwanzigsten Jahr Unseres Pontifikats.

Papst Leo XIII.

∗ ∗ ∗

Weihe der Menschheit an das Heiligste Herz Jesus

(Leo XIII., von Pius XI. erweitert)

119. Gütigster Jesus, Erlöser der Menschheit, blicke auf uns nieder, die wir in aller Demut vor deinem Altar knien: Dein sind wir, und Dein wollen wir bleiben. Damit wir aber umso fester mit Dir vereinigt bleiben können, siehe, deshalb weiht sich heute ein jeder von uns freiwillig deinem heiligsten Herzen. –

Viele haben Dich nie erkannt, viele haben deine Gebote verachtet und sind dir abtrünnig geworden. Erbarme dich dieser aller, o gütigster Jesus, und ziehe alle mit milder Gewalt an dein heiliges Herz!

Herrsche, o Herr, als König nicht nur über die Gläubigen, die zu keiner Zeit dir untreu geworden sind, sondern auch über die verlorenen Söhne, die dich verlassen haben. Mache, dass sie bald ins Vaterhaus zurückkehren, um nicht vor Elend und Hunger zugrunde zu gehen.

Herrsche als König auch über jene, die falschen Lehren zum Opfer gefallen oder durch Zwietracht getrennt sind, und rufe sie zurück zum Hort der Wahrheit und zur Einheit des Glaubens, damit recht bald ein Hirt und eine Herde werde. Herrsche endlich als König über alle jene, die noch im falschen Glauben des Heidentums oder des Islams befangen sind. Entreiße sie der Finsternis und führe sie zum Licht und ins Gottesreich.

Blicke endlich voll Erbarmen auf die Kinder des Volkes, das ehedem auserwählt war. Möge das Blut, das einst auf sie herabgerufen wurde, als Bad der Erlösung und des Lebens auch über sie fließen.

Schenke, o Herr, deiner Kirche sicheren Beistand und volle Freiheit; schenke allen Völkern Frieden und Ordnung. Bewirke, dass von einem Ende der Erde bis zum andern nur ein Ruf erschalle: Lob sei dem göttlichen Herzen, das uns das Heil vermittelt; Ihm sei Ehre und Preis in alle Ewigkeit. Amen.

aus: Anton Rohrbasser u.a., Heilslehre der Kirche, Dokumente von Pius IX. bis Pius XII., 1953, S. 77 – S. 85

Siehe auch die Enzyklika von Papst Pius XI.:

  • Quas Primas Das Königtum Christi
Das gnostische Denken von Karol Wojtyla
Ehrung der Perversität am 16. Juni 2023

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